https://www.faz.net/-gpf-9769r

F.A.Z.-exklusiv : Poggenburg: Äußerungen waren „Satire“

  • Aktualisiert am

Poggenburg will seine Äußerungen als Satire verstanden wissen Bild: AFP

Als „Kameltreiber“ bezeichnete Sachsen-Anhalts AfD-Chef Poggenburg die in Deutschland lebenden Türken. Nun verteidigt er sich gegen die massive Kritik. CDU-Innenminister Stahlknecht sieht die AfD am „Abgrund des Rechtsextremismus“.

          Der Ko-Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland, hat den AfD-Politiker André Poggenburg nach dessen beleidigenden Äußerungen über in Deutschland lebende Bürger türkischer Herkunft verteidigt. „Es ist eine drastische Sprache, aber es war ja Aschermittwoch“, sagte Gauland der F.A.Z. Dagegen verurteilte der Ko-Vorsitzende Jörg Meuthen die Äußerungen. „Die Wortwahl André Poggenburgs geht dessen ungeachtet deutlich zu weit und hätte nicht vorkommen sollen“, schrieb Meuthen in einer Erklärung.

          Der sachsen-anhaltische AfD-Landesvorsitzende Poggenburg hatte die Mitglieder der Türkische Gemeinde in einer Aschermittwochsrede als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“ bezeichnet, die sich „hinter den Bosporus zu ihren Lehmhütten, Ziegen und vielen Weibern scheren“ sollten. Poggenburg selbst sagte der F.A.Z., seine Äußerungen seien „Satire“ gewesen. Das zeige sich schon daran, dass es in der Türkei gar keine Kamele gebe. „Eine direkte Beleidigung oder Herabsetzung anderer Nationalitäten liegt mir völlig fern“, heißt es zudem in einer schriftlichen Stellungnahme Poggenburgs.

          Auch entbrannte abermals eine Debatte über eine mögliche Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz. In Sachsen-Anhalt war dies bereits geprüft worden, allerdings mit dem Ergebnis, dass dafür bisher nicht ausreichend Anhaltspunkte vorliegen. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte dieser Zeitung mit Blick auf Poggenburgs Äußerungen nun, er sehe bei der AfD „das eine Bein schon über dem Abgrund des Rechtsextremismus“. Stahlknecht warf Poggenburg zudem vor, die diplomatischen Beziehungen der Bundesrepublik zu stören. „So etwas beeinträchtigt das Verhältnis zu anderen Staaten.“

          Weitere Themen

          Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          FAZ Plus Artikel: CDU und AfD : Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          Die Union will sich stärker von der AfD abgrenzen und fasste einen Beschluss, in dem sie die Ermordung Walter Lübckes mit dem Handeln der AfD in Zusammenhang bringt – steht nun ihre Beziehung zu den Sicherheitsbehörden auf dem Spiel?

          Ein Sieg für die Demokratie Video-Seite öffnen

          Bürgermeisterwahl in Istanbul : Ein Sieg für die Demokratie

          Bei der Wiederholung der Bürgermeisterwahl hat der Kandidat der Republikanischen Volkspartei (CHP) mit 54 Prozent eine deutliche Mehrheit errungen. Die Abstimmung galt als Test, ob es in der Türkei noch einen Machtwechsel durch freie Wahlen geben kann.

          Topmeldungen

          Aktuell gibt es in Deutschland nur einen Bruchteil der bis 2020 anvisierten 100.000 Ladestellen.

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?

          FAZ Plus Artikel: CDU und AfD : Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          Die Union will sich stärker von der AfD abgrenzen und fasste einen Beschluss, in dem sie die Ermordung Walter Lübckes mit dem Handeln der AfD in Zusammenhang bringt – steht nun ihre Beziehung zu den Sicherheitsbehörden auf dem Spiel?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.