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Plagiatsvorwürfe : Uni Heidelberg prüft Dissertation von Koch-Mehrin

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Erst Guttenberg, nun Silvana Koch-Mehrin: Im Internet werfen Plagiatsjäger der FDP-Europaabgeordneten vor, in ihrer Doktorarbeit ohne ausreichende Nennung von Quellen abgeschrieben zu haben. Die Universität Heidelberg untersucht den Fall.

          Der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg hat mit der Prüfung von Plagiatsvorwürfen gegen die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin begonnen. Das bestätigte eine Sprecherin der Universität der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auf der Internetplattform VroniPlag Wiki waren bis zum Dienstagnachmittag 27 mutmaßliche Plagiatsstellen aus der Doktorarbeit der Politikerin aufgelistet worden.

          Nach Auskunft der Universität nahm der Promotionsausschuss am Dienstag seine Arbeit auf; falls sich die Vorwürfe erhärten sollten, werde auch die „Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ mit der Prüfung befasst. Möglicherweise werde auch der Ombudsmann der philosophischen Fakultät in die Beratungen einbezogen.

          Frau Koch-Mehrin werde, falls sich die Vorwürfe bestätigen sollten, die Möglichkeit bekommen, Stellung zu nehmen. Die 40 Jahre alte Politikerin war im Jahr 2000 mit der Arbeit „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: die Lateinische Münzunion 1865-1927“ an der Philosophischen Fakultät promoviert worden. Die Arbeit wurde 2001 veröffentlicht und umfasst 227 Seiten. Koch-Mehrin hatte von 1990 bis 1995 Volkswirtschaftslehre und Geschichte in Hamburg, Straßburg und Heidelberg studiert.

          Auch Doktorvater wird konsultiert

          Ihr Doktorvater ist der mittlerweile emeritierte Historiker Volker Sellin. Die Prüfung soll unabhängig von den damaligen Gutachtern erfolgen, Professor Sellin werde aber zusätzlich konsultiert. Außerdem prüfe der Senat der Universität, ob für Promotionsverfahren künftig nicht eine eidesstattliche Erklärung verlangt werden solle.

          Der Sprecher der FDP-Politikerin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments bewertete die Vorwürfe nicht inhaltlich und sagte der F.A.Z.: „Ich bitte Sie, sich bei Fragen über den Inhalt oder eine Überprüfung der Dissertation von Frau Dr. Koch-Mehrin an die zuständigen Gremien der Universität Heidelberg zu wenden.“ Frau Koch-Mehrin gehört Präsidium und Bundesvorstand der FDP an.

          Die Plagiatjäger von „VroniPlag Wiki“ hatten bereits in der Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg zahlreiche Passagen entdeckt, die von anderen Autoren übernommen waren, als solche aber nicht gekennzeichnet wurden. Nach Aberkennung des Doktortitels und anhaltendem Druck war Guttenberg von allen politischen Ämtern zurückgetreten. (Siehe auch: Der Fall Guttenberg: Dialektik der Aufklärung)

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