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Plagiatsvorwurf gegen Baerbock : Eine Frage der Sorgfalt

Im Fokus: das Buch von Annalena Baerbock, das die Kanzlerkandidatin der Grünen im Juni vorgestellt hat Bild: dpa

Rechtlich kann Annalena Baerbock kaum etwas vorgeworfen werden. Das Buch der grünen Kanzlerkandidatin enthält allerdings Fehler.

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          Kurz nach seinen Plagiatsvorwürfen hat der österreichische Medienwissenschaftler und selbst ernannte Plagiatsjäger Stefan Weber klargestellt, dass er die Frage „allfälliger Urheberrechtsverletzungen“ in Annalena Baerbocks neuestem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“, das am 21. Juni im Ullstein Verlag erschien, für zweitrangig hält. Weber hat das Buch nach eigenem Bekunden mit der Plagiatssoftware Turnitin durchforstet und dabei zwölf „Plagiatsfragmente“ gefunden, von denen zunächst fünf in seinem Blog dokumentiert wurden. Weitere veröffentlichte er am Mittwoch. „Ich betone nachdrücklich, dass ich diese Arbeit aus wissenschaftlichem Interesse an der Textgenese durchführe und davon angetrieben bin, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, was die grassierende Copy&Paste-Kultur anbelangt.“

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Weber, der als Lektor an der TU Wien und an der Universität Wien arbeitet, hatte der Deutschen Presse-Agentur gesagt: „Ich habe mich in das Thema Baerbock verbissen, weil da einiges zusammen- kommt.“ Der Anlass für die Überprüfung des Buches seien die Übertreibungen im Lebenslauf gewesen. „Der Anlass dafür, dass ich mich mit dem Lebenslauf beschäftigt habe, war die aufkeimende Diskussion um den Bachelorgrad von Frau Baerbock Anfang Mai“, sagte Weber.

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