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Plagiatsverfahren : Schavans Doktortitel aberkannt

„Vorsätzliche Täuschung durch Plagiat“: Bundesbildungsministerin Annette Schavan, hier im Bundestag Bild: dpa

Die Universität Düsseldorf hat Bildungsministerin Annette Schavan den Doktortitel aberkannt. Es gilt als ausgeschlossen, dass die Ministerin weiter im Amt bleiben kann.

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          Der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) den Doktortitel wegen „vorsätzlicher Täuschung durch Plagiat“ bei ihrer Dissertation aberkannt. Nach sechsstündiger Beratung stimmten zwölf Mitglieder für die Aberkennung und zwei dagegen; einer der 15 Stimmberechtigten enthielt sich. Grundlagen der Beratungen waren der Vorbericht des Promotionsausschusses sowie die Stellungnahme Frau Schavans, zu der auch zwei beigefügte erziehungswissenschaftliche Stellungnahmen gehören.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Dieses Material sei in den vergangenen zwei Wochen den Mitgliedern des Fakultätsrats zugänglich gewesen und sei von ihnen eingehend geprüft worden, teilte der Dekan der Fakultät, der Althistoriker Bruno Bleckmann, mit. Es sei festzuhalten, dass die Zitierstandards der Erziehungswissenschaft zum Entstehungszeitpunkt der Arbeit die gleichen waren wie die in der übrigen philosophischen Fakultät.

          Die Häufung und Konstruktion wörtlicher Übernahmen, auch die Nichterwähnung von Literaturtiteln in Fußnoten oder sogar im Literaturverzeichnis hätten nach Überzeugung des Fakultätsrats das Gesamtbild ergeben, „dass die damalige Doktorandin systematisch und vorsätzlich über die gesamte Dissertation verteilt gedankliche Leistungen vorgab, die sie in Wirklichkeit nicht selbst erbracht hatte“, heißt es in der Begründung. Die Entgegnungen von Frau Schavan hätten dieses Bild nicht entkräftet. Die Universität Düsseldorf hatte die Dissertation zehn Monate geprüft. Vor zwei Wochen war der Fakultätsrat als entscheidendes Gremium der Empfehlung des Promotionsausschusses gefolgt, das Hauptverfahren zur Aberkennung des Doktorgrades einzuleiten.

          Die Bundesbildungsministerin befindet sich noch bis Freitag zu bilateralen Gesprächen in Südafrika. Ihre Anwälte bekräftigten eine frühere Ankündigung der Ministerin, dass diese gegen eine Aberkennung des Doktorgrades vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf klagen werde. „Die Entscheidung ist in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen und sie ist auch materiell rechtswidrig“, teilten die Anwälte mit. Die Vertraulichkeit des Verwaltungsverfahrens sei mehrfach durch selektive Information der Öffentlichkeit verletzt worden.

          Frau Schavan, eine enge Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel, hatte kürzlich Flüchtigkeitsfehler in ihrer Dissertation eingestanden, den Vorwurf des Plagiats oder der Täuschung aber zurückgewiesen. In Berlin gilt es als ausgeschlossen, dass sie nach der Aberkennung des Titels im Amt bleiben kann.

          Eine Ausgabe der Dissertation von Annette Schavan

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