https://www.faz.net/-gpf-7njsw
 

Plagiatsaffäre : Schavans Gewissen

  • -Aktualisiert am

Annette Schavans Gegenklage ist abgewiesen worden. Wenn sie ein reines Gewissen hat, wird sie das verwinden können.

          Bei dem Rechtsstreit über die Dissertation von Annette Schavan ging es der ehemaligen Bildungsministerin um ihre Ehre – die Aberkennung des Doktortitels ändert nichts an ihrer politischen Lebensleistung, die allgemein anerkannt wird. Dass ihre Doktorarbeit unzureichend war, ergibt sich schon aus dem anspruchsvollen Thema, das im Grunde die Summe eines Gelehrten- und Forscherlebens sein müsste.

          Kein Plagiatjäger hat aber den Vorwurf erhoben, ihre Arbeit sei – wie die zu Guttenbergs oder anderer – schlicht aus Zitaten anderer Autoren zusammengeschustert. Dass manches schlampig ausgefallen ist, hat auch mit Arbeitsbedingungen früherer Jahre zu tun: Da wurde handschriftlich exzerpiert, auf der Schreibmaschine getippt, mit Klebestift und Schere gearbeitet – im Computer-Zeitalter nahezu unvorstellbar.

          Es ist die Beschuldigung, sie habe vorsätzlich getäuscht, die Frau Schavan als Entehrung empfindet – ein Vorwurf, der übrigens letztlich nicht nachzuweisen ist. Ihre Gegenklage ist dennoch abgewiesen worden. Wenn sie ein reines Gewissen hat, wird sie das verwinden können.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klopp beim FC Liverpool : Kurz vor der Königsweihe

          Jürgen Klopp hat mit Liverpool die Champions League gewonnen, die Fans aber sehnen seit beinahe dreißig Jahren die Meisterschaft herbei. Sie wollen nicht mehr warten.

          Zukunftsforscher : „Es wird auf jeden Fall keine zweite Greta geben“

          Greta Thunberg gilt als das Gesicht schlechthin, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht. Zukunftsforscher Matthias Horx erklärt, was die Sechzehnjährige mit Winston Churchill, Albert Einstein und Bob Marley gemeinsam hat.
          Die Botschaft der Demonstrantin vor dem Supreme Court ist klar: „Kein Parlament, keine Stimme!“

          Großbritannien : Supreme Court verhandelt über Parlamentspause

          In der Verhandlung über die Zwangspause des Parlaments hagelt es Kritik am britischen Premierminister. Der Anwalt der Hauptbeschwerdeführerin wirft Boris Johnson vor, Verfassungsgrundsätze auf den Kopf zu stellen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.