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Plagiatsvorwürfe gegen Baerbock : Bei Guttenberg kannten die Grünen kein Pardon

Der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am 23. Februar 2011 während der Fragestunde zu seiner Doktorarbeit im Bundestag. Bild: dapd

Die einstige Schärfe ihrer Parteifreunde wendet sich gegen Annalena Baerbock: Der unversöhnliche Umgang mit Plagiatoren in der deutschen Politik ist von den Grünen mitbegründet worden.

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          Um ihre Spitzenkandidatin zu schützen, setzen viele in der grünen Partei auf Attacke. Annalena Baerbock sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, sie habe bei ihrem Buch mit dem Titel „Jetzt“ abgeschrieben. Die Zahl der umstrittenen Passagen stieg zuletzt stetig. Bis Dienstag dokumentierte der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber ganze 43 verdächtige Textstellen. Die Belege sprechen für sich. Trotzdem machten die Grünen seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe klar, dass sie davon nur wenig halten.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin nannte die Diskussion eine „Dreckskampagne“, der ehemalige Parteichef Reinhard Bütikofer wollte einen „Propagandakrieg“ erkannt haben. Es würden „Bagatellen aufgebauscht, um von den inhaltlichen Fragen abzulenken“, sekundierte der Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner. Zuvor hatte sich der Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen ähnlich geäußert. Die Kritik sei „maßlos“, sagte Felix Banaszak. „Wenn wir uns aber über einige wenige Textstellen in einem Buch mehr streiten als über die Dringlichkeit der Klimakrise und ihre sozialen Folgen, ist das einfach nur noch realitätsfern.“

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