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Pläne der Familienministerin : Schröder will künstliche Befruchtung bezuschussen

  • -Aktualisiert am

Setzt bei ihrem Vorhaben auch auf Mithilfe der Länder: Bundesfamilienministerin Kristina Schröder Bild: dpa

Familienministerin Kristina Schröder plädiert für eine staatliche Förderung ungewollt kinderloser Paare. Noch wird vor allem über die Finanzierung gestritten.

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          Paare, die ungewollt kinderlos bleiben und eine künstliche Befruchtung wollen, sollen künftig staatliche Hilfe bekommen. Nach Plänen von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sollen Bund und Länder die Hälfte der Kosten übernehmen, die heute die Paare tragen. „Ich will, dass das Programm im April 2012 beginnt“, sagte sie dieser Zeitung. Im Haushalt ihres Ministeriums seien dafür zehn Millionen Euro eingestellt. Alles in allem rechnet sie mit Kosten von bis zu 40 Millionen Euro, was „wenig“ sei.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Allerdings sei der Betrag noch gesperrt, weil über die Finanzierung in der Koalition noch gestritten werde. Vor allem die familienpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, die stellvertretende Generalsekretärin der CSU, Dorothee Bär, opponiere. Schröder äußerte sich zuversichtlich, dass die Fraktion sie unterstütze. Sie setzt auch auf Mithilfe der Länder. Sachsen und Sachsen-Anhalt haben eigene Programme. Mecklenburg-Vorpommern hatte unlängst einen Gesetzentwurf in den Bundesrat eingebracht, der die Kosten allerdings allein dem Bund überträgt.

          Teil eines größeren Konzeptes

          Seit 2004 werden die Kosten für eine künstliche Befruchtung nicht mehr vollständig, sondern nur noch zur Hälfte und für die ersten drei Versuche von den Kassen übernommen. Die andere Hälfte und die Kosten für einen vierten, in aller Regel letzten Versuch, müssen die Paare selbst zahlen. Ihr Anteil bei drei Behandlungen liege damit bei bis zu 6000 Euro, bei vier Versuchen bei bis zu 10.000 Euro, sagte Frau Schröder. Das überfordere viele.

          Die Regierung tue viel für Familien, aber es gebe „keine politische Maßnahme, bei der der Zusammenhang zwischen Förderung und Ergebnis so eklatant ist.“ Schröder zog Statistiken heran, wonach durch die halbierte Förderung die Zahl der Geburten nach künstlicher Befruchtung von etwa 17.000 auf gut 8000 zurückgegangen ist. Deutschland liege im europäischen Vergleich bei künstlichen Befruchtungen im unteren Drittel. Schröder sieht das Programm als Teil eines größeren Konzeptes. Dazu gehörten Änderungen im Adoptionsrecht und die bessere Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft, wofür sie bald Vorschläge vorlegen werde.

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