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Plädoyers im Demjanjuk-Prozess : Staatsanwalt verlangt sechs Jahre Haft für Demjanjuk

  • Aktualisiert am

John Demjanjuk erscheint am Dienstag im Landgericht in München Bild: dapd

Im Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Aufseher John Demjanjuk hat die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von sechs Jahren verlangt. Der heute 90-Jährige sei im Vernichtungslager Sobibor an der Ermordung von mindestens 27.900 Menschen beteiligt gewesen, sagte der Staatsanwalt in München.

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          Die Münchner Staatsanwaltschaft hat für den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk sechs Jahre Haft wegen Beihilfe zum tausendfachen Mord an Juden verlangt. Der heute 90-Jährige sei von März bis September 1943 als Wachmann im Vernichtungslager Sobibor an der Ermordung von mindestens 27.900 Menschen beteiligt gewesen, sagte Staatsanwalt Hans-Joachim Lutz am Dienstag vor dem Landgericht München II.

          „Wer Schuld in derart hohem Maß auf sich geladen hat, muss bestraft werden, auch noch nach 60 Jahren und in so hohem Alter.“

          Der Staatsanwalt blieb mit seiner Strafforderung deutlich unter der möglichen Höchststrafe von fünfzehn Jahren. Er begründete dies damit, dass Demjanjuk in einem früheren Verfahren in Israel in den 80er Jahren zum Tode verurteilt und später wieder freigesprochen wurde. Die damals verbüßte Haftstrafe von mehr als acht Jahren sei „ganz erheblich“ entlastend zu berücksichtigen gewesen, sagte Lutz.

          Der Prozess gegen den gebürtigen Ukrainer hatte für weltweites Aufsehen gesorgt. Demjanjuk ist der erste sogenannte Trawniki, der in Deutschland vor Gericht gestellt wurde. Als Trawniki wurden osteuropäische Kriegsgefangene bezeichnet, die als KZ-Wächter zum Einsatz kamen.

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