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Plädoyer gegen Verena Becker : Bundesanwaltschaft: „Sie ist für uns schuldig“

Im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker (Mitte, vorn) hat die Bundesanwaltschaft mit ihrem Plädoyer begonnen Bild: dpa

Der ehemaligen RAF-Terroristin Becker ist nach Auffassung der Bundesanwaltschaft nicht belastbar nachzuweisen, dass sie 1977 auf Generalbundesanwalt Buback geschossen hat. Trotzdem hält sie sie weiter für mitschuldig.

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          Die Vertreter der Bundesanwaltschaft sind in ihren Plädoyers im Verfahren gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker bei ihrer Auffassung geblieben, dass sich die heute 59 Jahre alte Angeklagte an der Vorbereitung am Attentat gegen den früheren Generalbundesanwalt Siegfried Buback am 7. April 1977 beteiligt hat.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          „Sie ist schuldig, das steht für uns fest“, sagte Silke Ritzert, die Vertreterin der Bundesanwaltschaft, in ihrem Plädoyer am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Sie ließ dabei zunächst offen, ob Frau Becker aus Sicht der Anklagebehörde Mittäterin oder Gehilfin war.

          Immer mit Sonnenbrille: Die angeklagte Verena Becker am Dienstag vor dem Oberlandesgericht

          Die Bundesanwaltschaft hält nach mehr als 90 Verhandlungstagen und 160 Zeugenvernehmungen eine Mittäterschaft der Angeklagten weiterhin für plausibel. Ausführlich zitierte die Bundesanwältin aus den „Haag-Mayer-Papieren“, in denen für Verena Becker unter dem Tarnnamen „Paula“ eine aktive Rolle vorgesehen war. Zwar konnte die RAF den ursprünglich für Ende 1976 vorgesehenen Anschlag in dieser Form nicht realisieren, doch die Aussage der Angeklagten, sie habe sich bei Vorbereitungstreffen an Attentatsplanungen nicht beteiligt, hält die Bundesanwaltschaft für unwahr.

          Verena Becker hatte vor vier Wochen in einer Erklärung behauptet, auf einem der Treffen sei nur über die Beziehungen der RAF in den Nahen Osten gesprochen worden, das zweite Treffen habe sie früher verlassen. Nach Auffassung der Bundesanwaltschaft, gestützt auf Zeugenaussagen des früheren RAF-Terroristen Peter-Jürgen Boock, habe Frau Becker dagegen „absolute Linientreue“ bewiesen.

          In Abgrenzung zur Verteidigung halten die Anklagevertreter Boock für einen durchweg „wahrhaftigen Zeugen“; die Anklage stützt sich größtenteils auf Boocks Aussagen. „Seit seiner Lebensbeichte 1992 ist er ein wahrhaftiger Zeuge“, sagte Frau Ritzert.

          Vehement wies Bundesanwalt Walter Hemberger die Thesen des Nebenklägers Michael Bubacks zurück, nach der Frau Becker selbst auf den Generalbundesanwalt geschossen und der Staat die Aufklärung verschleppt habe, weil die Angeklagte Mitte der siebziger Jahre mit dem Verfassungsschutz zusammengearbeitet habe: „Es gibt keine Zeugin, die die Angeklagte auf dem Sozius gesehen hat, lediglich am Kauf der Fluchtfahrräder war eine Frau beteiligt.“

          Hemberger warf dem Sohn des Generalbundesanwalts vor, „Rosinenpickerei“ betrieben und Zeugen beeinflusst zu haben. Es sei keine juristisch akzeptable Argumentation, wenn Buback behaupte, wo kein Widerspruch sei, da sei Wahrheit. Am Donnerstag will die Bundesanwaltschaft ihr Plädoyer fortsetzen.

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