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Laut Bericht : Bätzing beförderte Pfarrer trotz Belästigungsvorwürfen

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, am 7. März 2022 in Bad Staffelstein Bild: dpa

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat einen Pfarrer zum Bezirksdekan berufen, obwohl er ihn zuvor wegen Belästigung ermahnt hatte. Der Pfarrer habe Einsicht und Reue gezeigt, heißt es vom Bistum Limburg zur Begründung.

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          Der Limburger katholische Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat einem Medienbericht zufolge einen Priester trotz Belästigungsvorwürfen befördert. „Einsicht und Reue“ bei dem Pfarrer seien eine Voraussetzung dafür gewesen, ihn trotz der Vorwürfe zum Bezirksdekan zu berufen, berichtete die Beilage „Christ und Welt“ der Wochenzeitung „Die Zeit“ am Dienstag vorab. Bätzing habe den Pfarrer zuvor wegen der Belästigung von zwei Frauen ermahnt. Die Pressestelle des Bistums Limburg habe die Recherchen bestätigt.

          Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete, teilte ein Sprecher von Bätzing am Dienstag mit, es sei richtig, dass der Bischof eine Ermahnung gegen den Priester ausgesprochen habe. Vor der Berufung des Betreffenden zum Bezirksdekan habe es eine abermalige Prüfung der Vorwürfe gegeben. Auch weil es sich nicht um ein strafrechtlich relevantes Verhalten gehandelt habe und weil bei dem Pfarrer Einsicht und Reue vorhanden gewesen seien und er sich bei der Gemeindereferentin für sein Verhalten entschuldigt habe, habe ihn der Bischof dann zu einem der elf Bezirksdekane des Bistums Limburg ernannt. Damit ist der Pfarrer regionaler Vertreter des Bischofs. Das Bistum Limburg umfasst Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz.

          Bätzing soll Pfarrer mit Vorwürfen konfrontiert haben

          Der katholische Priester soll laut „Christ und Welt“ im Jahr 2000 eine evangelische Pfarrerin in Ausbildung verbal und körperlich sexuell belästigt haben. Das habe sie der Zeitung geschildert. Die Pressestelle des Bistums Limburg teilte der Zeitung dazu mit, Bätzing halte die Vorwürfe für glaubwürdig und habe den Pfarrer damit konfrontiert. Derselbe Pfarrer soll auch eine katholische Gemeindereferentin in Ausbildung zwischen 2006 und 2007 belästigt haben. Die heutige Gemeindereferentin habe ihren Fall „Christ und Welt“ geschildert.

          Die betroffene evangelische Pfarrerin, deren Namen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht genannt werde, kritisierte die Beförderung. Aus einer Mail an Bätzing zitiert „Christ und Welt“ weiter: „Wie soll eine wirkliche Aufarbeitung vergangener Untaten und eine Abkehr von destruktiven und unheilvollen Strukturen stattfinden, wenn die Täter von einst nicht nur nicht suspendiert, sondern auch noch befördert werden? In moralischer Hinsicht kann ich diese Entscheidung darum nicht nachvollziehen.“

          „Das Bistum handelte direkt“

          Der Limburger Bistumssprecher Stephan Schnelle sagte am Dienstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) zu dem zweiten Fall, 2007 habe sich eine Gemeindeassistentin beim Bistum gemeldet und vorgebracht, dass der Pfarrer in der Pfarrei, in der sie eingesetzt war, sie mit Kosenamen betitelt und ihr mit der Hand durch das Haar sowie über den Rücken gestrichen habe. „Das Bistum handelte direkt“, so Schnelle.

          In einem Gespräch der Ausbildungsverantwortlichen mit dem Pfarrer sei deutlich gemacht worden, dass er ein solches Verhalten zu unterlassen habe. Die Gemeindeassistentin habe um Versetzung gebeten und ihre Ausbildung in einer anderen Pfarrei des Bistums fortgesetzt. Das Fehlverhalten des Pfarrers, das hier beschrieben sei, sei von einer Zeugin bestätigt worden.

          2010 habe sich die Gemeindeassistentin, inzwischen nach Abschluss der Ausbildung zur Gemeindereferentin, beim Missbrauchsbeauftragten des Bistums gemeldet. Dieser habe in seiner juristischen Fachkompetenz die Vorwürfe aus dem Jahr 2007 als „sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ bewertet.

          Der Kirchenrechtler Thomas Schüller kritisierte Bätzings Vorgehen scharf. „Es ist ein für Bischof Bätzing beschämender Vorgang, weil hier die ganze Frauenverachtung der Kirche zutage tritt“, sagte Schüller der dpa. „Frauen werden noch immer nicht ernst genommen, wenn sie solche Vorfälle melden. Die Denke ist: Wenn es zu sexuellen Handlungen zwischen einem Priester und einer erwachsenen Frau kommt, dann ist das im gegenseitigen Einverständnis, denn die Frau hätte sich ja wehren können. Dass etwa in diesem Fall ein totales Abhängigkeitsverhältnis bestand, wird völlig ausgeblendet. Bätzing möchte Trendsetter sein, wiederholt aber alte Fehler.“

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