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AfD : Petry fordert Parteimitglieder zum Bleiben auf

  • Aktualisiert am

Auszug, erst einmal nur aus der Parteitagshalle: Bernd Lucke am Sonntag nach seinem Sturz Bild: dpa

E-Mail an alle: Die neue AfD-Vorsitzende Petry versucht die Mitglieder vom Austritt abzuhalten. Die AfD sei die Partei des „gesunden Menschenverstandes“, schreibt sie unter Bezug auf die Anhänger des gestürzten Parteigründers Lucke.

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          Die neue AfD-Vorsitzende Frauke Petry hat die Parteimitglieder in einer E-Mail zum Bleiben aufgerufen. In der an alle Mitglieder verschickten Rundmail schrieb Petry nach Angaben der „Bild“-Zeitung vom Mittwoch, die AfD sei die Partei des gesunden Menschenverstandes, nicht der hitzigen Köpfe. „Wir bitten daher darum, keine übereilten Entscheidungen zu treffen und dem Bundesvorstand und der Partei eine angemessene Zeit einzuräumen.“ Ein Kurswechsel stehe nicht bevor.

          Dem „Bild“-Bericht nach traten bis Dienstag aus Protest gegen den Führungswechsel mit der Niederlage für AfD-Gründer Bernd Lucke 600 Mitglieder aus. Der ehemalige Co-Vorsitzende Konrad Adam hat nach eigenen Worten noch nicht über seinen Parteiaustritt entschieden. „Ich bin mir noch nicht sicher“, sagte Adam „Zeit online“. Wie er weiter sagte, kann er aber keinen Rechtsruck der Partei erkennen. „Viel mehr Sorgen als ein angeblicher Rechtsruck macht mir die Missachtung von Recht und Ordnung. Ich habe Grund, an der Unabhängigkeit mancher Schiedsgerichte der Partei zu zweifeln.“

          Unterstützung für neue Lucke-Partei

          Seit der Niederlage des wirtschaftsliberalen Flügels der AfD auf dem Parteitag in Essen haben mehr als 100 Mitglieder in Rheinland-Pfalz die Partei verlassen. „Ich bin nicht in eine Pegida-Partei eingetreten“, sagte der bisherige Landesvorsitzende Uwe-Zimmermann in Mainz. „Wir werden hier als Landespartei mit diesen Rabauken in einen Topf geworfen.“ Fünf weitere der elf Vorstandsmitglieder erklärten ebenfalls ihren Parteiaustritt oder haben dies nach Angaben Zimmermanns angekündigt. Falls Bernd Lucke eine neue Partei gründen wolle, werde er mit dabei sein.

          Die AfD im Südwesten dagegen geht nach eigenen Angaben gestärkt aus den derzeitigen Turbulenzen hervor. „Die Streithähne treten gerade aus“, sagte Parteisprecherin Anastasia Koren. „Jetzt kann die AfD endlich wieder zusammenwachsen.“ Die Partei rechne damit, dass rund 100 bis 150 Mitglieder in Baden-Württemberg austreten werden. „Der Ansturm ist nicht extrem, wie es sich der eine oder andere gewünscht hat.“

          Auch der sächsische Landesverband sieht bisher keine große Zahl an Parteiaustritten. Es könne sogar sein, dass durch den Bruch mit Lucke und Petrys Wahl zur Bundesvorsitzenden Mitglieder hinzugewonnen werden, sagte der sächsische AfD-Generalsekretär Uwe Wurlitzer in Dresden. Bislang lägen ihm fünf Austritte vor. Jedoch habe es allein im Kreisverband Meißen seit Sonntag sieben Neuanträge gegeben. Insgesamt gebe es im Landesverband Sachsen nur 29 Mitglieder, die Luckes „Weckruf“ zuzuordnen wären. „Und davon waren noch nicht mal zehn richtig aktiv“, sagte Wurlitzer.

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