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Entscheidung über Petition : Debatte über Tierversuche spitzt sich zu

  • -Aktualisiert am

In einem Labor wird eine Labormaus für einen Versuch vorbereitet. (Symbolbild) Bild: dpa

Seit Jahren streiten Tierschützer mit Wissenschaftlern über die Notwendigkeit von Tierversuchen. Jetzt geht die Kontroverse in die nächste Runde – im Petitionsausschuss des Bundestags und mit Rückenwind aus Brüssel.

          In einer Petition mit mehr als 71.000 Unterschriften fordern Tierschützer das Verbot besonders qualvoller Tierversuche in Deutschland. Die Petition, die von dem Verein „Ärzte gegen Tierversuche“, dem „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ und der Tierschutzorganisation „Tasso“ unterstützt wird, war am Montag Gegenstand einer Sitzung des Petitionsausschusses des Bundestages.

          Die Petenten stützen sich mit ihrer Forderung auf ein Vertragsverletzungsverfahren, das die EU gegen Deutschland eingeleitet hat. Es bestehe der Verdacht, dass das deutsche Tierschutzrecht die EU-Richtlinien zu Tierversuchen nicht erfülle.

          Schwimmen bis zur Erschöpfung

          In den Richtlinien heißt es, dass „aus ethischer Sicht eine Obergrenze für Schmerzen, Leiden und Ängste (…) in wissenschaftlichen Verfahren nicht überschritten werden darf“. Darunter fallen zum Beispiel Versuche mit Elektroschocks, denen sich das Tier nicht entziehen kann, oder Tests, bei denen Tiere bis zur Erschöpfung zum Schwimmen gezwungen werden. Derartige Versuche dürfen laut EU-Richtlinie nur in Ausnahmefällen vorläufig genehmigt werden.

          Diese Beschränkung werde aber im deutschen Tierschutzgesetz nicht umgesetzt, beklagen die Petenten. Der Ausschuss wird in einer der kommenden Sitzungen über den weiteren Verlauf der Petition entscheiden. Sollte der Ausschuss die Petition als begründet beurteilen, würde der Deutsche Bundestag auf dessen Empfehlung hin einen entsprechenden Entschluss fassen und diesen an die Bundesregierung weiterreichen.

          Wie sollte mit Versuchstieren umgegangen werden?

          In der seit Jahren geführten Debatte über den Umgang mit Versuchstieren stehen sich in erster Linie Tierschützer und Vertreter der Wissenschaft gegenüber. Forscher argumentieren, dass bestimmte Tierversuche nach wie vor nicht ersetzbar seien. Ein Verbot der Versuche würde daher den medizinischen Fortschritt, beispielsweise in der Krebsforschung, behindern.

          Die Petenten setzten dem entgegen, dass Medikamente, die in Tierversuchen als sicher und wirksam befunden wurden, beim Menschen oft nicht anschlügen. Personalisierte Medikamententests mit so genannten „Organ-Chips“ seien um ein Vielfaches genauer, nur würde nach wie vor nicht genug in die Entwicklung solcher alternativen Tests investiert.

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