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Rassistische Polizei-Chats : Beuth duckt sich weg

September 2017: Der hessische Innenminister Peter Beuth spricht am Rande einer Übung mit Beamten des Spezialeinsatzkommandos der Polizei Frankfurt. Bild: dpa

Die Verantwortung für das Fehlverhalten der hessischen Polizei trägt der Innenminister. Aber der tut so, als stünde er neben den Beamten – nicht über ihnen.

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          Immer mal wieder hatte es geheißen, die Vorwürfe gegen die hessische Polizei würden sich schon noch als haltlos erweisen. Das lässt sich spätestens seit Dienstag nicht mehr sagen. Da stellte die Expertenkommission, die von Innenminister Peter Beuth, CDU, eingesetzt worden war, um den Umgang mit Fehlern zu untersuchen und ein neues Leitbild für die Polizei zu erarbeiten, ihren Abschlussbericht vor. Und sie gewährte drastische Einblicke.

          Erstmals wurde bekannt, welche Inhalte in den Chats ausgetauscht worden waren, die seit 2018 aufflogen. Polizisten schickten einander ein Foto des Vernichtungslagers Auschwitz zu, versehen mit den Worten: „Dies ist eine Judenherberge.“ Auf einem anderen Bild war ein lachender Adolf Hitler zu sehen, der auf einen rauchenden Kamin zeigt. Darüber: „Da geht eine jüdische Familie dahin.“ Unter dem Bild von einem Häufchen Asche stand geschrieben: „Ein kleines jüdisches Mädchen“, dazu sexuelle Gewaltfantasien. Auch ein Bild des ertrunkenen Alan Kurdi kursierte, versehen mit einem Rüden, der den toten Flüchtlingsjungen besteigt.

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