https://www.faz.net/-gpf-9pks9

Universitätsklinik Heidelberg : Weitere personelle Konsequenzen nach Bluttest-Skandal

Der Bluttest-Skandal hat Folgen für die Verantwortlichen an der Universitätsklinik Heidelberg. Bild: dpa

Wegen des Bluttest-Skandals an der Universitätsklinik Heidelberg ist in der vergangenen Woche bereits der Dekan der medizinischen Fakultät zurückgetreten. Nun gehen auch zwei Frauen in Führungspositionen.

          Die Universitätsklinik Heidelberg zieht aus dem Bluttest-Skandal weitere Konsequenzen: Die geschäftsführende Direktorin, Irmtraut Gürkan, wird das Klinikum Ende Juli verlassen. Die Leitende Ärztliche Direktorin, Annette Grüters-Kieslich, wird ihre Tätigkeit am Klinikum nach Informationen der F.A.Z. Ende Oktober beenden. In der vergangenen Woche war schon der Dekan der medizinischen Fakultät, Andreas Draguhn, von seinem Amt zurückgetreten. Grund für die einschneidenden personellen Veränderungen ist die Affäre um den Bluttest zur Brustkrebsfrüherkennung.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die medizinische Fakultät hatte mit einer Pressekampagne Ende Februar einen Bluttest zur Brustkrebs-Früherkennung angekündigt. Weil dem Test die Marktreife fehlte und durch ihn bei 30 Prozent der Patientinnen falsche Diagnosen gestellt worden wären, musste die Klinik ihre Ankündigung kurze Zeit später rückgängig machen und sich für die Kampagne entschuldigen.

          Die Leitung der Universitätsklinik hatte die Pressekampagne und die Veröffentlichung in der Zeitung „Bild“ gebilligt, obwohl der Test grundlegenden wissenschaftlichen Prinzipien nicht entsprach; es fehlte eine grundlegende Studie mit Patienten über die Wirksamkeit des Tests. Außerdem war der Bluttest noch längst nicht marktreif.

          Beide Direktoren, heißt es in der Klinik, hätten sich vor dem Aufsichtsrat bereit erklärt, ihre Ämter nieder zu legen. Der Aufsichtsrat machte nach seiner Sondersitzung am Dienstag in einer Stellungnahme deutlich, dass die „Hauptverantwortung“ für den Skandal und die „Causa Bluttest HeiScreen“ bei dem Wissenschaftler liege, der diesen „ohne entsprechende Grundlage durch eine Medienkampagne“ sowie „durch haltlose Versprechungen“ verbreitet habe.

          Gemeint ist damit der Leiter der Gynäkologischen Klinik, er war für die Wissenschaftler-Gruppe verantwortlich, die an dem Test geforscht hatte. Da Medizinprofessoren Landesbeamte sind, ist ihre Entlassung rechtlich kompliziert, wird offenbar aber vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium geprüft.

          Weitere Themen

          Neues Referendum bei No-Deal-Brexit Video-Seite öffnen

          Schottland droht : Neues Referendum bei No-Deal-Brexit

          Schottland hat für den Fall eines No-Deal-Brexits ein Unabhängigkeitsreferendum angekündigt. „Wir sollten dies dann 2020 ins Auge fassen“, sagte Sturgeon am Mittwoch bei einem Besuch in Berlin.

          Der Unbekannte

          John Boltons Nachfolger : Der Unbekannte

          Donald Trump hat Robert O’Brien als Nationalen Sicherheitsberater vorgestellt: Der aus Los Angeles stammende Anwalt beriet bereits Mitt Romney im Wahlkampf und ist als konservativer Kritiker Obamas zu verorten. Ein Porträt.

          Topmeldungen

          Plan für Klimaneutralität : Die Stunde der Klimaretter

          Am Freitag will die Regierung den Plan für ein klimaneutrales Deutschland beschließen. Was kommt da auf uns zu? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

          Geringer Inflationsdruck : Amerikanische Notenbank senkt Leitzins abermals

          Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten hat die amerikanische Notenbank Fed ihren Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Die Notenbanker fassten den Beschluss jedoch nicht einstimmig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.