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Pegida in Köln : Kirche zeigt Kante

Licht aus: Während der Demonstration der Pegida-Sympathisanten in Köln am Montagabend ist die Beleuchtung ausgeschaltet. Bild: dpa

Licht aus, Spot an! Die Verdunkelung des Doms soll aller Welt offenbaren, dass die Kirchen sich nicht mit „Pegida“ gemein machen wollen. Ein Problem aber bleibt.

          Licht aus, Spot an! Mit der Entscheidung, am Montagabend die Beleuchtung des Doms und evangelischer Kirchen in Köln auszuschalten, haben die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland aller Welt gezeigt, dass sie sich nicht mit den „Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gemein machen wollen.

          Das brachte den Kirchenvertretern Hass-E-Mails und Austrittsdrohungen ein: Wie können gerade die Kirchen sich von einer „Bewegung“ distanzieren, die im Zeichen des Kreuzes für die Erhaltung des christlichen Abendlandes streitet! Bischöfe beider Konfessionen geben darauf eine klare Antwort: Weil sie in und hinter den Demonstrationen Motive und Haltungen erkennen, die nicht mit dem Christentum vereinbar sind. Solche Entschiedenheit wünschte man sich öfter.

          Die Kirchen stehen dennoch vor demselben Problem wie die Politik. „Pegida“ ist zu einem Becken geworden, das vieles aufnimmt: Angst vor Überfremdung, Unmut über eine zu liberale Ausländerpolitik, aber auch Fremdenhass, Politikverachtung und Führerkult.

          Nicht einmal die umtriebige Christlich-Soziale Union hat bisher einen Weg gefunden, wie man die ernstzunehmenden Sorgen und Klagen der Bürger adressiert, ohne den radikalen Elementen der Pegida weiteren Auftrieb zu verschaffen. Die CSU versucht es wie immer mit beidem, mit Verständnis und Kritik. Die Kirchen halten es in dieser Frage dagegen mit der Kanzlerin, die sich für das entschied, was man klare Kante nennt. Das gibt es auch nicht oft, dass die evangelische Pfarrerstochter aus dem Osten der katholischen Kirche näher steht als die CSU.

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