„Bogida“-Demo in Bonn :
Wir simulieren das Volk

Von Reiner Burger, Bonn
Lesezeit: 4 Min.
Ein „Bogida“-Demonstrant schwenkt in Bonn die deutsche Flagge.
Zum Bonner „Pegida“-Ableger „Bogida“ kommen nur 300 Demonstranten. Organisatoren und Redner geben sich ungezügelt radikal. NRW-Innenminister Jäger meint: „Die Organisatoren stammen aus dem rechtsextremistischen Spektrum.“

Dresden, immer wieder Dresden. Melanie Dittmer kommt ins Schwärmen, wenn sie über Dresden spricht. In Dresden seien beim ersten Mal auch nur 100 Leute zum Spaziergang der „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlands“ (Pegida) gekommen, sagt die 36 Jahre alte Frau. „Am vergangenen Montag waren es dann 10.000!“ So wie in Dresden soll es auch in Bonn werden, wünscht sich Dittmer, „Pegida“ soll in den Westen überschwappen! „Und warten Sie nur ab, da kommen heute noch viele Leute dazu.“ Aber wie vor einer Woche bei „Dügida“ in Düsseldorf ist es in der früheren Bundeshauptstadt bei „Bogida“ nur ein kleines Häuflein, das sich nach und nach einfindet. Zwei große Transparente sind auf dem Kaiserplatz zu sehen. Auf dem einen steht: „Stoppt die Islamisierung Deutschlands“; auf dem anderen heißt es über Porträtfotos von Claudia Roth, Jürgen Trittin (beide Grüne) und Sigmar Gabriel (SPD): „Mörder Deutschlands.“

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