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Pegasus-Software : Macrons Handy im Visier des marokkanischen Sicherheitsdienstes?

  • Aktualisiert am

Mit Handy beim EU-Gipfel in Brüssel: Macron im Juli 2020 Bild: dpa

Laut einem Medienbericht tauchen die Handynummer von Frankreichs Präsident und weiteren Ministern in einer Liste des marokkanischen Sicherheitsdienstes auf – wurden sie mit der „Pegasus“-Software ausgespäht?

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          Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, sein früherer Premierminister und 14 Minister sind nach Medieninformationen 2019 mögliche Ziele der Überwachungssoftware Pegasus gewesen. So stehe eine von Macrons Mobilfunknummern auf einer Liste eines marokkanischen Sicherheitsdienstes für eine mögliche Ausspähung. Das berichtete die Tageszeitung „Le Monde“ am Dienstagabend auf ihrer Internetseite.

          Aus Kreisen von Macrons Amtssitz hieß es, die Medieninformationen bedeuteten nicht, dass Macrons Handy tatsächlich ausgespäht wurde. Falls sich allerdings die berichteten Sachverhalte bewahrheiten sollten, seien „sie natürlich sehr schwerwiegend“. Nach den Enthüllungen sei eine Aufklärung nötig.

          Pegasus nutzt Sicherheitslücken in Smartphone-Software, um weitreichenden Zugriff auf Daten zu erlangen. Macron nutze die betroffene Nummer seit 2017, schrieb „Le Monde“. Er sei auch in den vergangenen Tagen darüber erreichbar gewesen. Französischer Premierminister war damals Édouard Philippe.

          Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf

          Die Nummern der französischen Staatsspitze gehören zu einem Datensatz mit mehr als 50.000 Telefonnummern, die ein internationales Journalistenkonsortium gemeinsam mit den Organisationen Forbidden Stories und Amnesty International auswertete, so „Le Monde“. Die Nummern sollen den Berichten zufolge offenbar von Kunden des israelischen Softwareanbieters NSO als potenzielle Ausspähziele ausgewählt worden sein. NSO hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und einzelne Details aus den Berichten bestritten. An dem Journalistenkonsortium sind auch die „Süddeutsche Zeitung“, NDR, WDR und die „Zeit“ beteiligt.

          Frankreichs Regierungssprecher Gabriel Attal hatte am Montag nach ersten Enthüllungen von einem „äußerst schockierenden Sachverhalt“ gesprochen. „Wir hängen sehr an der Pressefreiheit“, sagte er im Sender Franceinfo. Nach einem früheren Bericht von „Le Monde“ fanden sich auf der Liste auch rund 30 Journalisten und Chefs von Medienunternehmen in Frankreich. Nach einer Anzeige von zwei Journalisten und der Verlagsgesellschaft der Online-Plattform „Mediapart“ nahm die Pariser Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.

          „Mediapart“ berichtete, die Mobiltelefone von zwei Journalisten seien im Zeitraum 2019 bis 2020 von der Pegasus-Software ins Visier genommen worden - dahinter stünden marokkanische Geheimdienste, lautete der Vorwurf.

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