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Patientenversorgung : Mehr Landärzte, weniger Lamentieren

  • -Aktualisiert am

Gut gut 1000 zusätzliche Hausarztsitze sollen entstehen - vor allem auf dem Land Bild: dpa

Dies bisher schlechten Ergebnisse kassenärztlicher Planwirtschaft sollen durch eine noch genauere Planung verbessert werden. Angesichts der bisherigen Erfahrungen bleibt da reichlich Platz für eine gehörige Portion Skepsis.

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          Ein junger Krankenhausarzt, der Patienten lieber ambulant behandeln will, darf sich längst nicht dort niederlassen, wo er möchte. Die Zahl der Ärzte, die mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen dürfen, ist streng reglementiert. Gremien aus Vertretern der Kassen und der Kassenärzte legen penibel fest, wo wie viele Vertreter welcher Arztgruppe Patienten kurieren dürfen.

          Verwunderlich ist nur, dass die Vollversorgung in fast allen Planungsbezirken seit Jahren rechnerisch nicht nur erreicht ist, sondern oft weit überschritten wurde.

          Verblüffend auch, dass Patienten trotz rechnerischer Überversorgung lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen oder - wie immer häufiger in ländlichen Regionen - gar keinen Arzt mehr im nahen Umkreis finden. Diese schlechten Ergebnisse kassenärztlicher Planwirtschaft sollen durch eine noch genauere Planung ersetzt, sprich: verbessert werden. Angesichts der bisherigen Erfahrungen bleibt da reichlich Platz für eine gehörige Portion Skepsis. Mit Recht weisen die Kassen zudem darauf hin, dass eine bessere Planung von Arztsitzen alleine noch keine bessere Versorgung bedeute. Tatsächlich sind schon viele Praxen gerade in strukturschwachen Gebieten vakant oder werden in absehbarer Zeit frei, weil die Inhaber sich aus Altersgründen zur Ruhe setzen und keine Nachfolger finden. Wem hilft die Planstelle, wenn kein Mediziner sie einnehmen will?

          So bleibt die Frage, was die Selbstverwaltung tun will, um 5900 Stellen, darunter allein 3000 für Hausärzte, zu besetzen? Die Bewerber stehen nicht gerade Schlange. Im Gegenteil: Der Beruf des Allgemeinmediziners ist in der Rangliste der angehenden Ärzte eher unten zu finden. Am Geld kann es nicht liegen, denn eine gutgehende Landarztpraxis muss keinen Vergleich mit Krankenhausärzten oder Fachärzten scheuen. Abschreckend wirken eher lange Arbeitszeiten und ein Umfeld, das für junge Familien wenig attraktiv ist.

          Das alles werden Ärzte nicht allein ändern können. Aber durch eine frühzeitige Einbindung der Studenten in Landarztpraxen, durch mehr Werbung und weniger Lamentieren über das ach so schreckliche Los des niedergelassenen Arztes können und müssen sie viel für die Verbesserung ihres Ansehens tun. Das neue Planungsrecht ist ein wichtiger, aber nur ein erster Schritt.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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