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Coronavirus : Patientenschützer nennt Impfpflicht-Debatte brandgefährlich

  • Aktualisiert am

Impfung in Bayern Bild: dpa

Statt über eine Impfpflicht zu sinnieren, müsse die Bundesregierung Skeptiker mit Argumenten überzeugen, fordern Patientenvertreter. Laut Bundesjustizministerin Lambrecht könnten Restaurants nur für Geimpfte öffnen.

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          Patientenvertreter haben sich alarmiert über die Debatte um eine Impfpflicht in Deutschland gezeigt. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, sagte der Düsseldorfer Rheinischen Post, es sei brandgefährlich, öffentlich über eine Impfpflicht zu sinnieren. „Vielmehr gilt es, die Skeptiker mit Argumenten zu überzeugen. Kern einer solchen Debatte muss der Selbstschutz vor Corona sein.“

          Brysch warf der Bundesregierung vor, diese Debatte zu scheuen: „Damit überlässt sie den Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern das Feld. Genau das geschieht jetzt in Frankreich. Niemand kann hierzulande ein Interesse haben, mit der Polizei eine Impfpflicht durchzusetzen.“

          Laumann fordert Menschen mit Pflegeberufen zur Impfung auf

          Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht Menschen in Pflegeberufen in der Pflicht, sich impfen zu lassen. Er sei zwar gegen eine Impfpflicht. „Ich möchte aber klarstellen, dass für mich die Impfung zur Ethik bestimmter Berufe, etwa dem pflegenden oder dem lehrenden Beruf, dazugehört.“ Es sollte selbstverständlich sein, dass jemand, der zum Beispiel andere Menschen pflege, alles dafür tue, seine Patienten vor der Ansteckung mit Covid zu schützen, sagte Laumann.

          Das NRW-Gesundheitsministerium geht davon aus, dass in NRW rund 80 Prozent der Bürger bereit sind, sich impfen zu lassen. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Rheinischen Post, man forciere niedrigschwellige Impfangebote, etwa durch mobile Impfteams oder Impfungen ohne Termine.

          Bundesjustizministerin Christine Lambrecht verwies auf die Möglichkeit, Restaurants nur für Geimpfte zu öffnen. „Die Vertragsfreiheit ermöglicht privaten Anbietern wie Gastronomen eine weitgehend freie Gestaltung ihrer Angebote“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wer seinen Gästen einen besonderen Schutz anbieten wolle, könne deshalb auch Angebote machen, die sich nur an Geimpfte richten. Eine Impfpflicht schließt Lambrecht weiter aus. Jedoch solle die Allgemeinheit „nicht mehr auf Dauer für Testkosten aufkommen müssen, wenn Menschen ihre Impfangebote nicht wahrnehmen.“

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