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Bewerbungen für Parteivorsitz : CDU-Politiker diskutieren über Schaulaufen und Kampfkandidatur

  • Aktualisiert am

Drei potentielle Kandidaten für den CDU-Vorsitz, alle aus Nordrhein-Westfalen: Jens Spahn, Armin Laschet, Friedrich Merz (v.l.) Bild: dpa

Der niedersächsische CDU-Fraktionsvize Schünemann warnt vor Bewerbungen im „Tagesrhythmus“. Unionsfraktionschef Brinkhaus kann sich eine Kampfkandidatur vorstellen.

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          Angesichts der Debatte über den CDU-Vorsitz hat der niedersächsische Fraktionsvize Uwe Schünemann seine Partei davor gewarnt, sich in Personalfragen zu verlieren. Für eine Partei sei es „katastrophal“, wenn es im Tagesrhythmus neue Kandidaten und Spekulationen gebe. „Ich glaube, wir müssen von der SPD lernen, dass so ein Schaulaufen in der Bevölkerung nicht ankommt und am Ende wahrscheinlich auch nicht der Richtige gewählt wird“, sagte der langjährige Innenminister der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. Den personellen Umbruch mit dem Rückzug von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer bezeichnete Schünemann als große Chance für die CDU, „sich endlich wieder breiter aufzustellen“.

          Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hält eine Kampfkandidatur um den CDU-Vorsitz für möglich und keinen der erwarteten Bewerber für bar jeden Makels. „Alle vier haben ihre Qualitäten. Aber keiner ist perfekt“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“. Mit Blick auf die künftige Führungsphilosophie an der Parteispitze wünscht sich Brinkhaus einen „Teamplayer, der auch anderen die Sonne gönnt“. Im Idealfall werde in einem fairen Verfahren geklärt, wer die Nachfolge der scheiden Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer antritt.

          Der Fraktionsvorsitzende formulierte auch eine klaren Appell an seine Parteifreunde: „Wenn wir nicht lernen, mit unserer Führungsperson loyal umzugehen – auch wenn sie uns nicht gefällt –, dann haben wir keine Chance“, sagte er. Flügelkämpfe und verletzende Auseinandersetzungen gelte es zu vermeiden. „Politiker scheitern letztlich auch immer an den eigenen Truppen“, mahnte Brinkhaus. Ferner legt er seiner Partei ans Herz, mehr wichtige Positionen mit Frauen zu besetzen. „Mit einem reinen Männerbund können wir nicht erfolgreich sein“, sagte Brinkhaus. Außerdem fehle es besonders in der ersten Reihe der CDU an jungen Leuten und Politikern mit Migrationshintergrund.

          Bisher hat nur Norbert Röttgen seine Kandidatur offiziell angekündigt. Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn gelten als aussichtsreiche Mitbewerber, haben aber noch nicht öffentlich erklärt, ob sie kandidieren. Alle vier kommen aus Nordrhein-Westfalen.

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