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Verfahren gegen Sarrazin : Die Gespenster der SPD

Schmerzhafte Trennung: Thilo Sarrazin will die SPD nicht verlassen. Bild: dpa

Thilo Sarrazin soll ausgeschlossen werden, will aber unbedingt bleiben. Der SPD steht noch eine jahrelange juristische Auseinandersetzung bevor.

          3 Min.

          Die SPD ist eine alte Partei, in der es spukt. Diverse Gespenster der Vergangenheit sorgen immer wieder für Schrecken und Verdruss: Lange erschien der frühere Vorsitzende Oskar Lafontaine, Gerhard Schröder schwebt durchs Bild, selbst Sigmar Gabriel irrte noch einige Zeit als Schreckgespenst durch das Willy-Brandt-Haus. Die Gespenster sind hartnäckig. Unvertreibbar scheint Thilo Sarrazin zu sein. Der frühere Finanzsenator von Berlin und Bundesbanker soll seit vielen Jahren das gemeinsame Haus verlassen. Aber Sarrazin ist seit bald einem halben Jahrhundert dabei und will bleiben.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Dreimal hat die SPD versucht, ihn auszuschließen. Zweimal ist die Sache schon gescheitert. Diesmal läuft es besser. Ein Parteigericht, die Landesschiedskommission, bestätigte in dieser Woche die Entscheidung einer Kreis-Kommission vom Sommer vergangenen Jahres. Doch damit ist die Sache noch lange nicht ausgestanden und Sarrazin hat über seine Anwälte gleich ausrichten lassen, dass er sich weiter und wegen der Länge der Instanzenwege womöglich noch jahrelang gegen seinen Parteiausschluss wehren werde. Schon die Dauer der Verfahren garantiert dem 74 Jahre alten Buchautor Aufmerksamkeit. Man redet über ihn, seine Thesen, seine Bücher. Das Verfahren liefert also alles, was man als SPD-Schreckgespenst so braucht. Aber reicht das als Erklärung?

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