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Die SPD und Sarrazin : Endlose Geschichte

Thilo Sarrazin 2018 auf der Frankfurter Buchmesse Bild: Frank Röth

Die Folge eines Parteiausschlusses dürfte ein Popularitätsschub für Sarrazin sein – und weitere Nahrung für die zweifelhafte These, man dürfe in Deutschland nicht alles sagen. Gerade sein Fall zeigt doch aber: Man darf.

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          Es scheint eine endlose Geschichte zu sein – aber letztlich dürfte die SPD Erfolg damit haben, Thilo Sarrazin auszuschließen. Denn die Partei entscheidet darüber, ob ein Mitglied ihr solchen Schaden zugefügt hat, dass es nicht mehr tragbar ist. Staatliche Gerichte können das nur begrenzt überprüfen.

          Ob es der Partei nützt, das durchzufechten, ist eine andere Frage. Sarrazin spielt seine Äußerungen und auch seine Parteimitgliedschaft herunter (der er seine Ämter zu verdanken hat).

          Er hat auch nützliche Debatten hervorgebracht, aber bestimmte Ausfälle kann man sich nicht nur als Bundesbankvorstand nicht leisten. Nicht weil Wahrheiten unterdrückt, sondern weil Ressentiments geschürt werden, die gegen unsere Grundwerte verstoßen.

          Die Folge eines Parteiausschlusses dürfte noch ein Popularitätsschub für Sarrazin sein und weitere Nahrung für die zweifelhafte These, man dürfe in Deutschland nicht alles sagen.

          Gerade Sarrazin zeigt doch aber: Man darf. Er kann sogar davon leben. Dass er bedroht wird, ist skandalös. Aber dass heftige Attacken nicht ohne Echo bleiben, kann kaum überraschen.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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