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Absolutes Nein : Papst verschärft Haltung der katholischen Kirche zur Todesstrafe

  • Aktualisiert am

Verurteilte die Todesstrafe bereits 2015: Papst Franziskus (Archivfoto) Bild: dpa

Die Kirche will sich nun „mit Entschiedenheit“ für die Abschaffung der Todesstrafe in der ganzen Welt einsetzen. Bereits 2015 hatte Papst Franziskus sie vehement abgelehnt.

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          Papst Franziskus hat die Haltung der katholischen Kirche zur Todesstrafe verschärft. Die Kirche lehre, „dass die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt“, heißt es in der neu formulierten Passage des Katechismus der Katholischen Kirche, die der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte.

          Die Kirche setze sich „mit Entschiedenheit“ für die Abschaffung der Todesstrafe in der ganzen Welt ein. Diese Form der Strafe stehe im Widerspruch zum Evangelium. Bisher schloss der Katechismus, die Leitlinie der katholischen Lehre, die Todesstrafe als letztes Mittel nicht prinzipiell aus. In der 1995 unter dem Einfluss der Enzyklika „Evangelium vitae“ von Papst Johannes Paul II. veränderten Fassung des Katechismus hieß es noch, dass die Todesstrafe gerechtfertigt sei, wenn es keinen anderen Weg gebe, „um das Leben von Menschen wirksam gegen einen ungerechten Angreifer zu verteidigen“.

          „Lange Zeit wurde der Rückgriff auf die Todesstrafe durch die rechtmäßige Autorität – nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren – als eine angemessene Antwort auf die Schwere einiger Verbrechen und als ein annehmbares, wenn auch extremes Mittel zur Wahrung des Gemeinwohls angesehen“, hieß es jetzt in der Mitteilung des Vatikans. Heute gebe es aber ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die Würde der Person auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen habe.

          Papst Franziskus hatte die Todesstrafe bereits 2015 für unzulässig erklärt. Unabhängig von der Weise, in der sie vollzogen werde, sei sie grausam, unmenschlich und erniedrigend, hatte er damals betont. Darüber hinaus sei sie wegen der Möglichkeit von Justizirrtümern abzulehnen. Vor diesem Hintergrund habe Franziskus dazu aufgerufen, den entsprechenden Passus im Katechismus zu verändern, schreibt der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria, in einem Brief an die Bischöfe weltweit über den neuen Artikel, den der Papst demnach ausdrücklich gebilligt hat.

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