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Kirche und Missbrauch : An einem Tiefpunkt

Folgt nicht Marx’ Bitte: Papst Franziskus im Mai Bild: dpa

Kardinal Marx wollte die Kirche mit seinem Amtsverzicht aufrütteln. In Rom hält man davon allerdings nicht viel. Von Reformen noch weniger.

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          Wann und aus welchem Anlass sich das Kollegium der Kardinäle wieder im Vatikan versammeln wird, steht in den Sternen. Spätestens zur Wahl eines Nachfolgers des mittlerweile 84 Jahre alten Papstes wird es so weit sein. Franziskus hätte jedoch allen Grund, die ranghöchsten Geistlichen aus aller Welt noch zu Lebzeiten nach Rom zu bestellen. Einer seiner engsten Weggefährten als Papst hat das Drama der katholischen Kirche jüngst so beschrieben: „Und ich empfinde schmerzhaft, wie sehr das Ansehen der Bischöfe in der kirchlichen und in der säkularen Wahrnehmung gesunken, ja möglicherweise an einem Tiefpunkt angekommen ist.“

          Der Satz stammt aus dem Brief, mit dem Reinhard Kardinal Marx vor einigen Wochen den Papst gebeten hat, ihn als Erzbischof von München und Freising zu entpflichten. Dies wird so nicht geschehen, wie der Vatikan am Donnerstag bekanntgegeben hat. Dabei hatte Marx den Brief mit dem Einverständnis des Papstes öffentlich gemacht. Das war nicht nur als Bekräftigung dessen zu lesen, wie ernst es ihm mit seinem Entschluss war, den Pfründen, aber auch den Bürden eines Erzbischofs zu entsagen. Was Marx dem Papst geschrieben hat, soll die Kirche aufrütteln.

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