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Deutsche Pandemiepolitik : Schluss mit dem Perfektionismus!

  • -Aktualisiert am

In Heuchelheim weist im Januar ein Schild den Weg zum Impfzentrum. Bild: dpa

Die deutsche Pandemiepolitik will jeden Fehler vermeiden – und macht so erst recht welche. Das muss sich schleunigst ändern.

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          Beim Versuch, ein Problem zu lösen, hat die Ministerpräsidentenkonferenz zwei verschärft. Diese Bilanz ist verheerend; das kann selbst ein Erstklässler ausrechnen, der seinen Mathelehrer bisher so oft gesehen hat wie den Weihnachtsmann. Die dritte Welle der Pandemie türmt sich auf. Eigentlich wollten Kanzlerin und Ministerpräsidenten sie brechen; stattdessen verzauderten sie kostbare Zeit. Die Welle wächst also weiter. Dazu kommt, dass das Hin und Her der vergangenen Tage bei vielen Bürgern, auch bei sehr geduldigen, den Eindruck erweckt hat, ihr größtes Pro­blem sei nicht die Pandemie, sondern das Personal, das sie bekämpft.

          Dass es kämpft, kann indes niemand bezweifeln. Allerdings fällt auf, dass Aufwand und Ergebnis in einem ungünstigen Verhältnis stehen. Zwölf Stunden konferierten die Politiker, um dann die Osterruhe zu verkünden, die sie einen Tag später wieder strichen. Man kennt dieses Phänomen von Burn-out-Kandidaten: Sie haben den verzweifelten Willen zu liefern, sitzen bis tief in die Nacht vorm Computer, wollen durchhalten, sich durchbeißen, alles schaffen – und arbeiten trotzdem oder gerade deswegen ineffizient.

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