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Manöver in der Ostsee : Russische Kriegsschiffe vor deutscher Haustür

Dieses Foto der russischen Streitkräfte soll offenbar vom Manöver „Ocean Shield 2019“ stammen. Im Hintergrund könnte das deutsche Flottendienstboot Oste zu sehen sein. Bild: Mil.ru

Die Baltische Flotte führt eines der größten Seemanöver ihrer Geschichte durch. Der deutschen Küste kommt sie dabei überraschend nah.

          Die russische Marine hält seit dem 1. August ein großes Seemanöver in der Ostsee ab. Dabei sind offenbar mehrere Kriegsschiffe weit nach Westen bis vor die deutsche und die dänische Küste vorgedrungen. Das berichten übereinstimmend die „Kieler Nachrichten“ und das sicherheitspolitische Blog „Augen geradeaus!“.

          Die russische Marine gibt die Zahl der bei der bis zum 9. August anberaumten Übung „Ocean Shield“ eingesetzten Schiffe und Boote mit 69 an, darunter auch große Landungsschiffe. Hinzu kommen 58 Flugzeuge von Marine und Luftwaffe. Die Zahl der beteiligten Soldaten wurde mit 10.634 beziffert.

          Sollten die Angaben korrekt sein, würde es sich damit um eines der bislang größten Seemanöver der russischen Streitkräfte in der Ostsee handeln. Der russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge sei es den amphibischen Schiffen der baltischen Flotte gelungen, einen simulierten gegnerischen Luftangriff zurückzuschlagen und Angriffstruppen auf unwegsamem Gelände zu landen.

          Ein Sprecher der deutschen Marine wollte zu Details der Übungstätigkeit keine Stellung nehmen. Man verfüge jedoch jederzeit über ein vollständiges Lagebild und habe verschiedene Einheiten im Einsatz, sagte er der F.A.Z.

          Den „Kieler Nachrichten“ zufolge erfolgte die Verlagerung der Übungstätigkeit nach Westen überraschend. Mehrere Verbände seien in kurzer Folge an Rügen und Fehmarn vorbei zum Großen Belt gefahren. Auch vor der Kieler Bucht hätten zeitweise Schiffe der Russen gekreuzt. Schweden und Dänen hätten die Überwachung übernommen. Einem Sprecher der dänischen Marine zufolge, den die Zeitung zitierte, seien die russischen Schiffe den üblichen Standards folgend mit eigenen Kräften eskortiert worden. Die Zahl der russischen Kriegsschiffe in den eigenen Gewässern bezifferte er bis Mittwoch mit 19. Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

          Recherchen von „Augen geradeaus!“ legen nahe, dass auch die Deutsche Marine mit eigenen Kräften das Manöver verfolgte. Das Flottendienstboot Oste befand sich bis zum 29. Juli im Finnischen Meerbusen und schaltete dann sein Erkennungssignal ab. Tage später erschien es wieder in der westlichen Ostsee. Auch ein Foto der russischen Marine, das vom Manöver stammen soll, zeigt im Hintergrund ein Boot, das der Oste ähnlich sieht. Generell sind die Kapazitäten der Deutschen Marine zur Eskortierung russischer Schiffe vor der eigenen Küste limitiert. Die Seestreitkräfte sind knapp an geeigneten Schiffen und Booten.

          Die Nato selbst hatte zuletzt im Juni ein großes Seemanöver in der Ostsee abgehalten. Bei „Baltops 2019“ waren 55 Schiffe und 8600 Soldaten vor Kiel zum Einsatz gekommen.

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