https://www.faz.net/-gpf-9usee

Ostbeauftragter der Regierung : „Man kann im Osten gut leben“

  • Aktualisiert am

Blick auf die Innenstadt von Leipzig: „Man kann im Osten gut leben“, sagt der Ost-Beauftragte der Bundesregierung Hirte. Bild: dpa

Dass die AfD vor allem mit Ostdeutschland assoziiert werde, sei „ungerecht“, sagt Christian Hirte. Er prophezeit den ostdeutschen Bundesländern einen starken Aufschwung – sie böten bezahlbaren Wohnraum, gute Kinderbetreuung und ein großes Kulturangebot.

          1 Min.

          Die Frage nach dem Zustand der ostdeutschen Bundesländer ist im vergangenen Jahr oft diskutiert worden – wegen der Rückblicke auf den Mauerfall und wegen der Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Bei diesen konnte die AfD ihre Ergebnisse mehr als verdoppeln. Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Christian Hirte (CDU), spricht sich dennoch dagegen aus, die Partei vor allem als ostdeutsches Phänomen zu betrachten. „Es wäre ungerecht, die AfD vor allem mit Ostdeutschland zu assoziieren“, sagte er im Interview mit der „Welt“.

          Die AfD habe auch in „einem wohlhabenden Bundesland“ wie Baden-Württemberg über 15 Prozent erreicht und sei nun in jedem Landtag vertreten. „Und es sieht momentan nicht so aus, als ob die AfD schnell wieder verschwindet“, äußerte Hirte.

          Die ostdeutschen Regionen sieht der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium vor einer glänzenden Zukunft. „Ich glaube, dass die Geschichte heute aufseiten des Ostens steht“, sagte er. Im Gegensatz zu vielen westdeutschen Zentren gebe es dort „bezahlbaren Wohnraum, ein großes Angebot an Kultur und fantastische Landschaften“. Die Städte seien saniert, die Kinderbetreuung hervorragend. „Man kann im Osten gut leben.“ Die Abwanderung sei gestoppt, sagte Hirte. „Der Osten ist attraktiv.“

          Mit Blick auf die Pläne des amerikanischen E-Auto-Unternehmens Tesla, eine Fabrik in Brandenburg zu bauen, sagte Hirte: „Ich gehe davon aus, dass die Ansiedlung von großen Industrieunternehmen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor allem im Osten stattfinden wird.“ Da gebe es nicht nur den Platz. Auch sei die Bereitschaft der Bevölkerung für industrielle Produktion und Infrastrukturbau „stärker ausgeprägt als im Westen“, sagte der in Thüringen geborene Jurist.

          Zudem würden mehr Bundesbehörden nach Ostdeutschland ziehen, sagte er. „Das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten wird mit 1000 Mitarbeitern nach Brandenburg an der Havel gehen. Das ist nicht nur für die Stadt mit ihren 72.000 Einwohnern ein riesiges Signal.“

          Weitere Themen

          EU „besorgt“ über Vollmachten für Orbán Video-Seite öffnen

          Notstandsgesetze in Ungarn : EU „besorgt“ über Vollmachten für Orbán

          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich „besorgt“ über das in der Corona-Krise beschlossene Notstandsgesetz in Ungarn gezeigt. Das ungarische Parlament hatte ein Gesetz gebilligt, das es Regierungschef Viktor Orbán erlaubt, unbegrenzt per Dekret zu regieren.

          Topmeldungen

          Amerika gegen Iran : Diesem Konflikt ist kein Virus gewachsen

          Die Spannungen zwischen Washington und Teheran nehmen ungeachtet der weltweiten Corona-Pandemie weiter zu. Im Zentrum steht dabei derzeit der Irak. Die Botschaft aus dem Weißen Haus aber geht darüber hinaus: Amerika bleibt handlungsfähig.
          Schwer zu trennen: Jörg Meuthen, Björn Höcke und Alexander Gauland im Oktober

          Vorschlag zur Spaltung der AfD : Meuthens Selbstisolation

          Mit seinem Vorschlag, den „Flügel“ von der Partei abzuspalten, könnte der AfD-Chef zu weit gegangen sein. Damit hilft er jenen, die er bekämpfen will.
          Wer mit seinem Vermieter redet, hat immerhin eine Chance, dass der die Miete von sich aus reduziert.

          Corona-Krise : Von wegen keine Miete zahlen!

          Viele Menschen in Deutschland glauben, sie müssten wegen des jüngst beschlossenen Corona-Hilfen-Gesetzes ihre Miete nicht zahlen. Das ist ein Fehler – und kann sehr teuer werden!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.