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Organspendestiftung unter Druck : Bahr fordert „kritische Überprüfung“ der DSO

  • Aktualisiert am

Gesundheitsminister Bahr mit seinem Organspendeausweis Bild: dapd

Gesundheitsminister Bahr fordert eine „kritische Überprüfung“ der Organspendestiftung DSO. „Ihre Strukturen müssen verbessert werden“, sagte er der F.A.S.. DSO-Vorstand Kirste sagte, seine Stiftung sei nicht vom Skandal betroffen.

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          Im Zuge des Göttinger Organspendeskandals gerät die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) auch politisch unter Druck. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.): „Auch die DSO muss sich einer kritischen Überprüfung unterziehen. Ihre Strukturen müssen weiter verbessert werden.“ Erste Verbesserungen seien durch das gerade in Kraft getretene Gesetz erreicht worden, äußerte der Minister.

          Günter Kirste, medizinischer Vorstand der DSO, sieht die Stiftung dagegen nicht von dem Skandal betroffen. „Betroffen sind die Transplantationszentren, die unter Aufsicht der Länder stehen“, sagte er in einem Interview mit der F.A.S.. Die DSO ist als Koordinierungsstelle verantwortlich für die Organisation der Entnahme und Konservierung von Organen, ebenso wie für deren Transport.

          Singhammer fordert mehr staatliche Kontrolle

          Sie unterstützt die Krankenhäuser bei der Feststellung des Hirntodes potentieller Spender und ist oft auch bei Angehörigengesprächen anwesend, bei denen es um die Frage geht, ob ein Hirntoter Spender werden soll. Dennoch sagte Kirste, die DSO sei nicht an der Transplantationsmedizin beteiligt: „Das Gesetz sieht seit 1999 eine Trennung vor zwischen Organspende, Verteilung und Transplantation.“ Kirste sprach sich auch deutlich für die Beteiligung von DSO-Mitarbeitern an Angehörigengesprächen aus. Solche Gespräche verliefen „besser“.

          Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag Johannes Singhammer (CSU) forderte mehr staatliche Kontrolle: „Wir brauchen bei der Organspende eine staatliche Aufsicht. Das zeigen die Vorfälle der jüngsten Zeit, die noch vor wenigen Wochen undenkbar schienen“, sagte Singhammer der F.A.S.. Es ist sei „bizarr“, dass auf allen erdenklichen Feldern staatliche Aufsicht stattfinde, nur auf dem „hochsensiblen Gebiet“ der Organspende nicht. Singhammer forderte, dass der Staat sich bei Kontrollen nicht auf ein Antragsrecht beschränken dürfe, sondern ein unmittelbares Kontrollrecht brauche. „Es gibt auf der Bundesebene genügend Institutionen, die das ausüben könnten.“ Er sei zuversichtlich, dass sich eine staatliche Kontrolle politisch durchsetzen lasse.

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