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Organspende : Ein neues Leben

  • -Aktualisiert am

Stefan Gau bei der Physiotherapie Bild: Andreas Pein

Nach einer Routinekontrolle ließen ihn die Ärzte nicht mehr gehen. Seit sieben Monaten hat Stefan Gau nun ein Spenderherz.

          6 Min.

          In der Brust von Stefan Gau schlägt das Herz eines fremden Menschen. Seit sieben Monaten pumpt es das Blut durch den Körper des dreiunddreißig Jahre alten Mannes. Damit das neue Organ nicht abgestoßen wird, nimmt er Medikamente, die das Immunsystem schwächen. So ist es nach Transplantationen üblich. Ein Medikament, das er deshalb einnahm, musste wegen starker Nebenwirkungen allerdings ausgetauscht werden. Es ließ seine Füße und Fingerspitzen taub werden. Er konnte kaum noch gehen. Es war, als liefe er auf einem Nadelkissen. Mit einer Physiotherapeutin arbeitet er nun daran, dass es besser wird.

          An einem Montagmorgen im Januar parkt er sein Auto in einer Seitenstraße in seinem Heimatort Waren an der Müritz. Mit vorsichtigen, ruckartigen Schritten geht er hinüber zur Praxis. Die Turnschuhe schleifen ab und an kurz über den Asphalt. „Gangunsicherheit“, nennt das die Physiotherapeutin, die im Behandlungszimmer ein paar Hindernisse aufbaut. „Da muss man quasi neu laufen lernen“, sagt Stefan Gau und nimmt sich zwei Nordic-Walking-Stöcke. Er macht einen großen Schritt vom ersten Tritt auf den nächsten, steigt wieder herunter. „Und dann einmal mit links rübersteigen“, sagt die Therapeutin. So geht es eine ganze Weile, mal vorwärts, mal rückwärts, mal seitwärts. Zwischendurch Herz-Kreislauf-Training. Dazu legt er die Hände auf die Brust, atmet ein und aus. Das Training bringt ihn etwas aus der Puste.

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