https://www.faz.net/-gpf-9g39f

Organspende-Kommentar : Endlich

Ein Styropor-Behälter zum Transport von Transplantationsorganen wird am Eingang eines OP-Saales vorbeigetragen. Bild: dpa

Die neu auf den Weg gebrachten Regeln zur Organspende dokumentieren, woran es bislang am meisten fehlte: an Anreizen und richtiger Ressourcenallokation im Krankenhauswesen. Das soll sich endlich ändern.

          Der vom Bundeskabinett auf den parlamentarischen Weg gebrachte Entwurf zur Änderung des Transplantationsgesetzes ist vor allem eines: ein Offenbarungseid. Denn so angemessen und über alle Fraktionen hinweg unstrittig die neuen Regeln zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Strukturen bei der Organspende sind – sie dokumentieren, woran es auf dem Gebiet des Transplantationswesens bislang am meisten fehlte.

          Eine hinreichende Zahl potentieller Spender ist es nicht, weshalb die von Gesundheitsminister Spahn und SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach vom Zaun gebrochene Debatte über eine Widerspruchslösung derzeit überflüssig ist. Allen Skandalen zum Trotz fehlt es auch nicht an einem Grundvertrauen in die Transplantationsmedizin.

          Wenn es Organe nicht in hinreichender Zahl gibt und Tausende deshalb vor der Zeit versterben, dann liegt das in Deutschland in allererster Linie an fehlenden Anreizen und falscher Ressourcenallokation im Krankenhauswesen. Das soll sich endlich ändern. Ethische Probleme wie das Hirntodkriterium bleiben.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin Video-Seite öffnen

          Von der Leyen gewählt : Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin

          Es war knapp, aber am Ende hat es gereicht: Ursula von der Leyen erhielt mit 383 von 747 Stimmen äußerst knapp die notwendige Mehrheit im Europaparlament. Dadurch wird sie ab dem 01. November Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident ablösen.

          Topmeldungen

          Umtriebiger Minister: Jens Spahn

          Bundesgesundheitsminister : Jens Spahn demonstriert seine Macht

          Der Gesundheitsminister bringt am Mittwoch drei Gesetzentwürfe ins Kabinett ein – und will auf die Schnelle noch zwei Behörden fusionieren. Der CDU-Politiker demonstriert seine Macht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.