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Stadion in Regenbogenfarben? : Die EM ist keine Erziehungsanstalt

So soll die Allianz Arena leuchten. Bild: SvenSimon

Jeder kann Kritik an Orban äußern. Doch ist die Form zu wahren. Im Falle einer offiziellen Politisierung wäre das Völkerverbindende des Sports dahin.

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          Der gute Zweck steht außer Frage, und er eint wohl nicht nur im Münchner Stadtrat alle politischen Lager: Gegen die Politik des ungarischen Ministerpräsidenten soll die Stimme erhoben werden. Tatsächlich hat Orbáns Herrschaft, die von einer breiten demokratischen Mehrheit getragen wird, autoritäre Züge angenommen – gegenüber Justiz, Presse, Wissenschaft und Minderheiten.

          Dagegen ist Protest geboten und auch erfolgt, bis hin zu förmlichen Verfahren in der EU. Denn wer grundlegende Standards nicht achtet, muss mit Reaktionen des Staatenverbunds rechnen.

          Die Form aber muss gewahrt werden. Gerade im Sport. Wenn also Ungarn sich für die Europameisterschaft qualifiziert hat, dann ist es so wie alle anderen Teilnehmer zu behandeln. Jeder kann Orbán während der EM seine Meinung kundtun. Aber ob man das gastgebende Stadion, wie es München wünscht, in Regenbogenfarben erstrahlen lassen sollte, ist dann mehr als eine Geschmacksfrage, wenn es sich gezielt gegen die ungarische Politik richtet und damit gegen das ganze Land.

          Aber ist es nicht für eine gute Sache, so wie es die UEFA offenbar im Fall von Manuel Neuers Kapitänsbinde sieht? Letztlich läuft das auf eine offizielle Politisierung hinaus. Auch zu Polen, Deutschland oder England fällt vielen sicher farbige Kritik ein. Das immer noch Völkerverbindende des Sports wäre dahin. Die EM ist keine Erziehungsanstalt.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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