https://www.faz.net/-gpf-7tfy6

Open Skies : Russischer Militäraufklärer fliegt über Deutschland

  • Aktualisiert am

Eine Antonov An-30BN, aufgenommen 2010 in Tschechien Bild: picture alliance / dpa

Während Soldaten Moskaus offenbar in der Ostukraine kämpfen, fliegt über Deutschland ein russischer Militäraufklärer. Ein Stück Normalität, heißt es von Bundeswehrseite. Doch auch in der Schweiz beobachten russische Inspektoren das Militär.

          1 Min.

          Inmitten zunehmender Spannungen zwischen Russland und der Nato intensiviert Moskau seine militärische Aufklärung. Laut Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti wird eine Gruppe russischer Inspektoren mit einem Aufklärungsflugzeug Deutschland überfliegen. Der Flug wird während des seit dem 1. und bis zum  5. September dauernden Besuchs russischer Inspektoren absolviert. Bei dem Flugzeug handelt es sich um eine Antonov An-30B (Nato-Codename „Clank“), einen Luftbildaufklärer der russischen Luftwaffe.

          Was auf den ersten Blick nach Spionage klingt, ist Teil der vertrauensbildenden Maßnahmen, die Nato und die ehemaligen Staaten des Warschauer Pakts nach Ende des Kalten Krieges miteinander vereinbart hatten. Der 1992 unterzeichnete „Open Skies“ (zu deutsch: Vertrag über den offenen Himmel) gestattet es den 27 Signatarstaaten der OSZE, auf vorher festgelegten Routen Territorien anderer Unterzeichnerländer zu überfliegen und mithilfe von Fotos, Radar und seit 2006 auch Infrarotstrahlung zu untersuchen. So flogen in der Vergangenheit etwa auch westliche Staaten entsprechende Aufklärungsmissionen über Russland.

          Die russischen Inspektoren werden während ihres Besuchs fortwährend von deutschen Soldaten begleitet. Ein Offizier des zuständigen Amtes für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr in Geilenkirchen bestätige FAZ.NET gegenüber den Überwachungsflug und sagte, er erfolge „im ganz normalen Rahmen“ des Open-Skies-Abkommens.

          Allerdings ist es ist nicht die einzige Inspektion, die Moskau dieser Tage angeordnet hat. Wie die Neue Zürcher Zeitung am Montagabend berichtete, sind parallel derzeit vier Inspektoren der russischen Streitkräfte in der Schweiz aktiv. Sie beobachten dort laut einer Mitteilung des Eidgenössischen Verteidigungsdepartments (VBS) die laufenden Aktivitäten der Schweizer Armee. Wie in Deutschland findet die Inspektion in Begleitung von Offizieren des Gastgeberlandes statt. Am kommenden Donnerstag sollen die Inspektoren wieder abreisen, teilte das VBS mit. Ob Russland aktuell noch weitere Verifikationsmissionen durchführt oder angemeldet hat, war zunächst nicht zu erfahren.

          Weitere Themen

          Weitere Kritik an Johnson

          Skandal um Chefberater : Weitere Kritik an Johnson

          Nachdem er seinen Chefberater trotz Lockdown-Verstöße verteidigt hatte, richtet sich die öffentliche Wut nun gegen Boris Johnson selbst. Der britische Premier versucht, die Affäre möglichst klein zu reden.

          Topmeldungen

          Hassfigur von Verschwörungstheoretikern: Microsoft-Gründer Bill Gates

          Bill Gates : Die Hassfigur

          In der Anfangszeit wurde Bill Gates als Held der Corona-Krise gefeiert. Dann kam der Mob: Jetzt findet sich der Milliardär inmitten von Verschwörungstheorien wieder. Die Anschuldigungen sind abenteuerlich.
          Bei „Anne Will“ diskutierten die Studiogäste über eine hochspannende Frage: Wie sollen die milliardenschweren Finanzspritzen investiert werden?

          TV-Kritik „Anne Will“ : Wohin mit dem ganzen Geld?

          Anne Will wollte von ihren Gästen wissen, ob die Milliarden gegen die Corona-Krise richtig investiert werden. Hätte sie in der Sendung ein Phrasenschwein aufgestellt – die Rettungspakete wären gegenfinanziert.
          Viel Wald, weniger Kompromisse? Homberg im Norden Hessens

          Zukunft des Coworking : Talente, kommt aufs Land!

          Die Krise lässt bei vielen Städtern den Wunsch reifen, ins Grüne zu ziehen, wo alles friedlicher scheint. Im hessischen Homberg kann man es kaum erwarten, dass die „Pioniere“ kommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.