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Omikron-Variante : Mit dem Corona-Booster schützen Geimpfte auch andere

Booster-Impfung in Berlin Bild: dpa

Wissenschaftler haben Hinweise darauf gefunden, dass Geimpfte auch bei Omikron nicht nur sich selbst vor den Folgen einer Ansteckung schützen. Anders als bei Delta braucht es dafür allerdings drei Impfungen.

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          Wenn nun überall die 3-G-Regeln fallen, die Inzidenzen aber weiterhin hoch sind, bleiben die soziale Distanz und der Griff zur Maske, um sich weiterhin vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen. Und natürlich die Hoffnung, dass möglichst viele Menschen im Umfeld gegen das Coronavirus geimpft sind. In einer aktuellen Studie liefern Wissenschaftler der Universität in Genf überzeugende Belege, dass Impfungen nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen oder gar dem Tod schützen können, sondern dass Geimpfte zudem weniger ansteckend für andere sind, sollten sie sich trotz einer Impfung anstecken.

          Sonja Kastilan
          Redakteurin im Ressort „Wissenschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Forschungsgruppe um Isabella Eckerle und Benjamin Meyer berichtet im Fachmagazin „Nature Medicine“ über ihre Untersuchungen zur Viruslast im Zusammenhang mit dem jeweiligen Impfstatus und erstmals auch den unterschiedlichen Virusvarianten der Probanden. Die Viruslast hat einen Einfluss darauf, wie leicht der Erreger übertragen wird.

          Insgesamt wurden 565 Proben in dieser Studie berücksichtigt, von ihnen stammten 118 von Patienten, die sich mit einer früheren Virusvariante infiziert hatten, weitere 293 Proben von Delta-Infizierten und 154 Nasen-Rachen-Abstriche kamen von Omikron-Betroffenen – sie alle litten unter Symptomen. Von Letzteren, um das Verhältnis einmal genau zu darzulegen, waren 91 zumindest vollständig ge­impft, bevor sich ansteckten, 30 hatten zudem bereits einen Booster zur Auffrischung erhalten, während 33 Omikron-Infizierte ungeimpft waren.

          Die Wirkung der Impfungen zeigte sich nicht nur bei den Symptomen, was in früheren Studien schon mehrfach nachgewiesen werden konnte, sondern auch bei der Viruslast: Im Fall der Delta-Variante beispielsweise war bereits der Unterschied zwischen den vollständig Geimpften im Vergleich zu den Ungeimpftem signifikant, ihre Viruslast deutlich geringer. Damit schützen die Impfstoffe tatsächlich nicht nur die Geimpften selbst vor einer Erkrankung, sondern sie schützen auch alle anderen, die von einer verminderten Ansteckungsgefahr profitieren.

          Für die Omikron-Variante fiel das Ergebnis in dieser Hinsicht zwar etwas ernüchternd aus, doch wirkungslos sind die Impfungen in Sachen Fremdschutz demnach keineswegs. Allerdings macht bei Omikron erst die dritte Impfung, also der Booster, einen Unterschied bei der Ansteckung anderer. Im Vergleich der Varianten entdeckten die Genfer Forscher außerdem, dass die Viruslast bei Geimpften geringer ist, wenn sie sich mit Omikron infizierten, als wenn es sich bei den Impf-Durchbrüchen um Erreger der Delta-Variante handelte. Die hohe Infektiosität von Omikron muss demnach auf andere Mechanismen zurückgehen, folgern sie.

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