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Olympia-Absage : Gauck reagierte auf eine „Voranfrage“

  • -Aktualisiert am

Fährt nicht nach Sotschi: Joachim Gauck Bild: dpa

Der Olympia-Absage des Bundespräsidenten ging eine Anfrage der russischen Behörden voraus. Gauck begründete sie mit Terminproblemen.

          Die Mitteilung von Bundespräsident Joachim Gauck, er werde nicht zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi fahren, hatte ein diplomatisch-politisches Vorspiel. Vor „wenigen Wochen“, hieß es jetzt im Bundespräsidialamt, habe es eine Anfrage der russischen Behörden gegeben, ob Gauck einen solchen Besuch beabsichtige. Auf zwei Wegen ging die Anfrage ein, die sich auf die Eröffnungsfeier bezog: zunächst an die deutsche Botschaft in Moskau; dann auch über die russische Botschaft in Berlin.

          Es habe sich um eine „Voranfrage“ gehandelt, hieß es, auch um die organisatorischen Dinge vorzubereiten, die mit Besuchen dieses Ausmaßes verbunden sind. Staatspräsidenten und Regierungschefs der an den Spielen teilnehmenden Nationen werden von der Regierung der gastgebenden Nation eingeladen. Die Einladungen gelten der Person und ihrem Amt; Gauck hätte also nicht den Bundesratspräsidenten schicken können, der den Bundespräsidenten in seltenen Fällen vertritt.

          Anfrage des DOSB an Gauck

          Die Voranfragen der russischen Seite wurden im Bundespräsidialamt geprüft – unter terminlichen sowie politischen Gesichtspunkten. Schon vom Termin her gab es Schwierigkeiten; ebenfalls für Anfang Februar ist ein Staatsbesuch Gaucks in Indien in Aussicht genommen. Zu Beginn der vergangenen Woche wandte sich der außenpolitische Abteilungsleiter des Bundespräsidialamtes an die russische Botschaft in Berlin. Er teilte mit, Gauck werde nicht reisen.

          Parallel dazu gab es – wie es ebenfalls üblich ist – eine Anfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) an Gauck, ob er beabsichtige, zu einem möglicherweise anderen Zeitpunkt der Winterspiele die deutsche Mannschaft in ihrem Quartier in Sotschi zu besuchen. Bei den Sommerspielen 2012 in London hatte Gauck sowohl die Eröffnungsfeier als auch die deutsche Mannschaft besucht. Gauck sagte ab. Doch sagte er zu, die deutsche Mannschaft nach ihrer Rückkehr nach Deutschland zu treffen. Bundespräsident Horst Köhler hatte seinerzeit die Winterspiele im kanadischen Vancouver nicht besucht. Den Sommerspielen 2008 in Peking war er ferngeblieben; die Paralympics in Peking aber hatte er besucht.

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