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Kommentar zu Olaf Scholz : Ein logischer Schritt

  • -Aktualisiert am

Es ist keine große Nachricht, dass Olaf Scholz sich das Amt des Kanzlers zutraut. Die Frage ist höchstens, wie realistisch das überhaupt noch ist.

          Hätte er etwa „nein“ sagen sollen? Es wäre eine große Nachricht gewesen, wenn Finanzminister Olaf Scholz auf die Frage, ob er sich das Amt des Bundeskanzlers zutraue, negativ geantwortet hätte. Also hat der ehemalige Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg selbstverständlich „ja“ gesagt.

          Auf einem ganz anderen Blatt steht, ob der Anspruch auf das höchste Regierungsamt realistisch ist, und das hat nichts mit den Fähigkeiten des Vizekanzlers zu tun. Selbst wenn es nach der nächsten Bundestagswahl eine realistische Mehrheit jenseits von CDU und CSU gäbe, könnte die SPD nach gegenwärtigem Stand nicht sicher sein, als stärkste Kraft einer ziemlich bunten Koalition den Bundeskanzler zu stellen. Abgesehen davon, kann man Scholz eine Menge nachsagen, aber nicht, dass er in der eigenen Partei besonders beliebt wäre. Auch das hat nichts mit seinen Fähigkeiten zu tun, sondern mit dem inneren Zustand der Sozialdemokratie.

          Ein Politikertyp wie Scholz (oder wie Angela Merkel) kommt in dieser Partei nicht weit. Wie weit die Partei damit gekommen ist, sieht man ja.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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