https://www.faz.net/-gpf-agodj

Laut US-Studie : Ohne Maske fast zehn Mal so viele Infektionen in Schulen

Masken hängen an Kleiderhaken in einer Grundschule in Bamberg. Bild: dpa

In Deutschland werden die Länder weiterhin unterschiedlich mit der Maskenpflicht für Schüler verfahren. Eine Studie aus Amerika belegt derweil ein deutlich höheres Infektionsrisiko, wenn auf den Mundschutz verzichtet wird.

          2 Min.

          Die Kultusminister, die bis zu diesem Freitag in Potsdam beraten, werden wohl keine bindende Empfehlung zum Maskentragen im Unterricht abgeben. Es wird vielmehr dabei bleiben, dass die Länder unterschiedlich verfahren. Hessen hat am Donnerstag angekündigt, nach den Herbstferien wieder mit sogenannten Präventionswochen einzusteigen. Die Schüler müssen dann an ihrem Platz eine medizinische Maske tragen. Alle nicht geimpften Schüler sind verpflichtet, pro Woche dreimal statt nur zweimal einen negativen Testnachweis vorzulegen. Außerhalb der Schultests können sich Personen unter 18 Jahren bis Ende des Jahres weiterhin kostenfrei in den Covid-Zentren testen lassen.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Unterdessen belegt eine Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC nach einem Vergleich zwischen Schulen mit und ohne Maskenpflicht, dass in solchen ohne Maskenpflicht das Risiko für Infektionen 3,5-Mal höher war. Verglichen wurden die Schulen zweier Distrikte mit ähnlichen Inzidenzen von 105 beziehungsweise 161 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. 59,2 Prozent beziehungsweise 47,6 Prozent der Einwohner hatten mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Insgesamt lagen Daten von 1020 weiterführenden Schulen in beiden Schuldistrikten vor.

          Weiter testen, weiter Maske tragen

          21 (zwei Prozent) Schulen berichteten von Ausbrüchen weniger als sieben Tage nach Schulbeginn. Diese Schulen wurden aus der Analyse ausgeschlossen, weil die Infektionen möglicherweise noch aus der Ferienzeit stammten. Unter den 999 verbleibenden Schulen gab es in 21 Prozent eine Maskenpflicht vom Schuljahrsbeginn an. 30,9 Prozent führten die Maskenpflicht mit einer zeitlichen Verzögerung von neun bis 17 Tagen nach Beginn des Schuljahres ein, und 48 Prozent hatten keine Maskenpflicht.

          In der Zeit vom 15. Juli bis 31. August kam es zu 191 Ausbrüchen in den analysierten Schulen. 16 in Schulen mit Maskenpflicht vom Schuljahresbeginn an, 62 in Schulen mit späterer Maskenpflicht und 113 in Schulen ohne Maskenpflicht. Die Anzahl der ausgebrochenen Infektionen in Schulen ohne Maskenpflicht war also fast zehn Mal höher als in Schulen mit Maskenpflicht. Die Studie spreche für eine Fortsetzung der regelmäßigen Testungen an Schulen sowie für eine generelle Maskenpflicht, schlussfolgern die Autoren.

          Eltern mehrheitlich für Aufhebung der Maskenpflicht

          In Bayern und im Saarland ist die Maskenpflicht im Unterricht aufgehoben, auch in Sachsen-Anhalt und in Thüringen können Schüler die Maske auf ihren Plätzen ablegen. In Berlin und Brandenburg ist die Maskenpflicht für die Grundschüler von Klasse eins bis sechs ausgesetzt.

          Unter den Eltern ist eine Mehrheit für das Ende der Maskenpflicht, eine Minderheit hält die Aufhebung für verfrüht. Unter den Kinder- und Jugendmedizinern sowie den Ärzteverbandsvertretern gibt es unterschiedliche Auffassungen. Relativ einhellig plädieren nur die Virologen für eine Fortsetzung des Maskentragens im Unterricht, um Infektionen zu vermeiden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Büros in Frankfurt

          Betriebsrenten : Unternehmen leiden unter absurd hohem Steuerzins

          Niedrige Zinsen lassen die Pensionsrückstellungen steigen, das Steuerrecht ignoriert diese Belastung. 100.000 Unternehmen sind betroffen. Das Institut der Wirtschaftsprüfer IDW fordert, den Zinssatz deutlich zu senken. Eine Studie zeigt: Diese Forderung ist berechtigt.
          Bürgerinitiativen und Umweltverbände, aber auch einzelne Bürger haben das Recht, sich vor Gericht gegen die Genehmigung einer Windkraftanlage zu wehren.

          Ausbau der Windkraft : Die Ampel kann nicht, wie sie will

          Damit die Energiewende gelingt, wollen die Ampel-Parteien den Ausbau der Windkraft beschleunigen. Doch sie werden schnell an die Grenzen des Europarechts stoßen – und an die der deutschen Mentalität.
          Vier T-Zellen attackieren eine Tumorzelle (grün eingefärbt). Die Immunzellen erkennen Moleküle – Tumorantigene – auf der Oberfläche und sorgen dafür, dass die Krebszelle durchlöchert wird.

          Therapie aus dem Labor : Die Designer-Killerzellen

          Immunzellen werden im Labor maßgeschneidert, damit sie gezielt Tumore erkennen und abtöten. Gegen Leukämie und Lymphome zeigen die CAR-Zelltherapien gute Erfolge – doch es gibt andere Herausforderungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.