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Bußgeld für Maskenverweigerer : Noch steht zu viel auf dem Spiel

Keine Ausrede: In der Berliner U-Bahn gibt es nicht nur Süßes und Saures Bild: dpa

Bayern hat es vorgemacht, nun wollen andere Landesregierungen nachziehen: Wer andere gefährdet, muss dafür zahlen. Das sollte der Leichtsinn den Maskenverweigerern doch wert sein.

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          Es ist nicht so, dass der Föderalismus in Deutschland sich als Hemmschuh bei der Bewältigung der Corona-Pandemie erwiesen hätte. Im Gegenteil: Gerade die Elastizität, die einer Staatsarchitektur aus lose gekoppelten Ebenen zu eigen ist, hat wesentlich dazu beigetragen, dass auf das Infektionsgeschehen hierzulande mit der gebotenen Verhältnismäßigkeit reagiert wurde. Diese wiederum war die Voraussetzung dafür, dass die Einschränkungen vieler Freiheitsrechte nicht nur erlitten, sondern auch bejaht wurden.

          Wenn es inzwischen mit der Akzeptanz der Abstands- und Hygieneregeln nicht mehr so weit her ist, dann ist dieses sozialpsychologisch betrachtet verständlich. Dass es nicht so schlimm gekommen ist, wie anfangs befürchtet, ist aber kein Argument dafür, es an Vorsichtsmaßnahmen fehlen zu lassen. Zwar geht es bei Corona nur selten um Leben und Tod, doch in den Kindertageseinrichtungen und Schulen um das Recht auf Bildung und mit der Wirtschaft um das Wohlergehen aller.

          Es mag sein, dass sich diese Zusammenhänge nicht allen Bürgern gleichermaßen erschließen. Das gibt aber niemandem das Recht, andere zu gefährden und die Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen zu ignorieren. Wer dies dennoch meint tun zu müssen, dem sollte nicht nur in Bayern und bald wohl auch in anderen Ländern ein Bußgeld in saftiger Höhe drohen. Noch steht zu viel auf dem Spiel – was auch der hessische Innenminister bedenken sollte.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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