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Offensive in Nordsyrien : Erdogan verspottet Trump

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am 9. Oktober im Parlament in Ankara. Bild: EPA

Der türkische Präsident verspottet nicht nur den deutschen Außenminister Maas, sondern auch den amerikanischen Präsidenten Trump für dessen Tweets. Verwirrung gab es über ein Treffen mit Vizepräsident Pence und Außenminister Pompeo in Ankara.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will offenbar doch den amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo bei deren Besuch in Ankara am Donnerstag treffen. Dabei soll es um die Offensive in Nordsyrien gehen. Das bestätigte Erdogans Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun am Mittwoch auf Twitter. Altun postete eine Videosequenz, in der Erdogan seine Absicht vor Journalisten bekundet. Zuvor hatte es geheißen, Erdogan wolle Pence und Pompeo nicht treffen. Dem Fernsehsender Sky News soll der Präsident selbst nach einer Rede im Parlament gesagt haben: „Ich werde sie nicht treffen. Sie werden ihren jeweiligen Gegenpart treffen. Ich werde nur sprechen, wenn Trump kommt.“ Kommunikationsdirektor Altun twitterte, das habe sich nur auf Mittwoch, nicht aber auf Donnerstag bezogen.

          Erdogan verspottete Trump am Mittwoch für dessen Twitterverhalten, nachdem er bereits zuvor den deutschen Außenminister Heiko Maas (SPD) für das deutsche Rüstungsembargo gegen die Türkei verspottet hatte. Erdogan kündigte an, Trumps Tweets künftig zu ignorieren. „Wir haben bisher die Äußerungen von Trump auf Twitter gelesen, doch wir sind an den Punkt gelangt, da wir diese Tweets nicht mehr verfolgen können“, sagte Erdogan laut einem Pressebericht. „Wir schaffen es nicht mehr zu folgen.“

          Der amerikanische Präsident ist für seinen exzessiven Gebrauch von Twitter bekannt und verkündet regelmäßig wichtige Entscheidungen über diesen Onlinedienst. Auch den Rückzug der amerikanische Soldaten aus Nordsyrien, der den Weg frei machte für die türkische Offensive in der Region, verkündete Trump über Twitter. Seitdem setzte er täglich eine Reihe von Tweets ab, in denen er seine Entscheidung rechtfertigte, die Offensive kommentierte und der Türkei mit Sanktionen bis hin zur wirtschaftlichen Zerstörung drohte.

          So warnte Trump die Türkei davor, etwas zu tun, was er in seiner „großen und unvergleichlichen Weisheit“ für falsch halte. Auch andere Tweets sorgten international für Aufsehen: So rechtfertigte Trump das Ende der Hilfe für die syrische Kurdenmiliz YPG damit, dass sie der Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg „nicht in der Normandie geholfen“ habe. Auch twitterte er, dass „Russland, China oder Napoleon Bonaparte“ künftig die Kurden verteidigen könnten, wenn sie wollten.

          Der amerikanische Vizepräsident Pence und Außenminister Pompeo wollen sich in Ankara für eine Waffenruhe zwischen der Türkei und den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien einsetzen.

          Erdogan hat eine Waffenruhe bereits abgelehnt, solange die Kurdenmiliz in der von der Türkei geplanten „Sicherheitszone“ entlang der türkischen Grenze präsent sei. In der Rede vor dem Parlament am Mittwoch wies er jede Vermittlung zurück, da die türkische Regierung sich nicht mit einer „Terrororganisation“ an einen Tisch setzen werde.

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