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Engpässe in Kinderkliniken : Wenn sich Finanzlage und Ethos gegenüber stehen

Helfende Hände: Ein Frühgeborenes in einer Kinderklinik in Celle Bild: Daniel Pilar

Kranke Kinder brauchen besondere Fürsorge. Für Kliniken lohnt sich das nicht. Statt für ihre Patienten da zu sein, können Kinderärzte häufig nur den Mangel verwalten – und die schlimmen Monate kommen erst.

          9 Min.

          Anfang dieser Woche hat der Herbst schon einmal gezeigt, was er kann. Fallende Temperaturen, Nebel, Regen, Wind. Die kalten Monate kommen. Für die Kinderkliniken in Deutschland heißt das Hochsaison. Ein Infekt wird den nächsten jagen. Bronchitiden, Lungenentzündungen und Magen-Darm-Erkrankungen werden die Kleinsten quälen und die Betten auf den Stationen füllen. Das war schon immer so im Winter. Eigentlich nichts, über was Kinderärzte gewöhnlich stöhnen oder klagen. Kinderarzt zu sein, das bedeutet auch Saisonarbeit. Das wissen die Pädiater.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Florian Hoffmann, Oberarzt am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München, hat schon eine große Anzahl an Wintermonaten in Kinderkliniken hinter sich. Er ist routiniert. Er weiß, dass die meisten Kinder diese Infekte mit der richtigen Therapie gut überstehen und dass irgendwann auch wieder der Frühling kommt. Trotzdem nimmt er, angesprochen auf die kommende Jahreszeit, deutliche Sätze in den Mund: „Mir graut es schon davor, was wir den Kindern und Eltern wieder zumuten müssen.“ Oder: „Es ist absolut absurd und erschreckend, welche Zustände da in einer Stadt wie München herrschen.“

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