https://www.faz.net/-gpf-afxie

OECD-Bildungsstudie : In der Pandemie schloss Deutschland seine Schulen besonders lange

Die Schulleiterin einer Münchner Schule erwartet die 4a zum Beginn des neuen Schuljahres am 14. September 2021. Bild: dpa

Deutschland hat unter den OECD-Staaten einen hohen Anteil an Geringqualifizierten. In der Pandemie waren Grund- und Mittelschulen besonders lange geschlossen.

          2 Min.

          In Deutschland haben 14 Prozent der 25 bis 64 Jahre alten Erwachsenen keine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Abitur. Das geht aus der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2021“ hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Andere OECD-Länder konnten den Anteil der Geringqualifizierten erheblich senken. So liegt er bei jungen Erwachsenen im OECD-Durchschnitt bei 15 Prozent, in Korea nur noch bei zwei Prozent, in der Schweiz bei sechs Prozent und in Österreich bei elf Prozent. In Deutschland hingegen bleibt der Anteil von 13 Prozent geringqualifizierten jungen Erwachsenen mehr oder weniger stabil.

          60 Prozent der geringqualifizierten Erwachsenen in Deutschland sind erwerbstätig. Der Anteil der Geringverdiener und Geringqualifizierten ist in Deutschland so hoch wie in kaum einen anderen OECD-Land.

          Erwachsene mit einem Migrationshintergrund haben grundsätzlich geringere Bildungschancen als junge Erwachsene ohne Migrationsgeschichte. In fast allen OECD-Ländern sind die Chancen Eingewanderter der ersten oder zweiten Generation im Sekundarbereich II geringer als die von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.

          Deutschland investiert 4,3 Prozent des BIP in Bildung

          Auch geschlechtsspezifische Unterschiede sind groß. Während Jungen in den beruflichen Ausbildungen überrepräsentiert sind und häufig an der formalen Weiterbildung teilnehmen, belegen Frauen meist einen Bildungsgang im Hochschulbereich, sind aber weniger in der Weiterbildung zu finden. Bildungsinvestitionen sind zwar von großer Bedeutung, doch nicht immer garantieren hohe Investitionen auch hohe Qualität. Deutschland investiert 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung, die OECD-Staaten im Durchschnitt 4,9 Prozent. Die OECD empfiehlt, Bildungsausgaben stärker auf ihre Effektivität zu prüfen.

          Zusätzlich zu den Daten unterschiedlicher Bildungschancen findet sich in der Studie eine Sonderbroschüre zu den Schulen in der Pandemie. Während einige Länder ihre Schulen auch während der Pandemie offen hielten, waren in Deutschland auch im zweiten Corona-Jahr Grundschulen und weiterführende Schulen besonders lang von Schließungen betroffen. Grundschulen waren hierzulande 40 Tage lang geschlossen, während es im Länderdurchschnitt nur 19 Tage waren; bei der Sekundarstufe I waren es sogar 60 Tage im Vergleich zu 27 Tagen im Länderdurchschnitt.

          Insgesamt war der Unterricht im allgemeinbildenden Sekundarbereich II zwischen Januar 2020 und Mai 2021 insgesamt 186 Tage gestört. Fast alle OECD-Länder versuchen, die Schüler in schwierigen Lernumgebungen zuhause zusätzlich zu unterstützen. 19 OECD-Länder und Partnerländer, auch Deutschland, haben Lehrer bei der Impfung priorisiert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          F.A.Z.-Serie Schneller Schlau : Der Bundeswehr geht das Geld aus

          Die Welt rüstet auf. Doch die Finanzierung des deutschen Militärs ist unter einer neuen Bundesregierung fraglicher denn je. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft eine riesige Lücke.
          Eine gute Nachricht: Von vielen Schäden kann sich die menschliche Leber, hier in einem 3D-Hologram zu sehen, erholen –  sofern diese frühzeitig behandelt werden.

          Volkskrankheit Fettleber : Gefahr im Oberbauch

          Sie ist weit verbreitet und wird dennoch viel zu selten erkannt: die Fettleber. Das kann für Betroffene schwere Folgen haben.
          Der amerikanische Präsident Joe Biden in Washington

          Biden unter Druck : Das Spalten geht weiter

          Schlechte Popularitätswerte, stagnierende Gesetzesvorhaben und die machtpolitischen Spiele der Republikaner: Der Gegenwind, mit dem Präsident Joe Biden zu kämpfen hat, nimmt zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.