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Nach der Oberbürgermeisterwahl : Auch das ist Dresden

Politisch instinktlos, programmatisch konzeptlos, personell ausgezehrt: Das ist die CDU in Sachsen 25 Jahre nach der Gründung des Freistaats. Das lässt Schlimmes befürchten.

          Fast zehn Prozent für eine Oberbürgermeister-Kandidatin, deren Äußerungen über Politiker, Muslime oder Flüchtlinge kaum zitierfähig sind – auch das ist Dresden im Jahr 25 nach der Wiedervereinigung: Abgrundtiefes Ressentiment, das sich nicht einhegen lässt, weil es sich nicht einhegen lassen will. Und das ist die CDU in Sachsen im fünfundzwanzigsten Regierungsjahr nach der Gründung des Freistaates Sachsen: politisch instinktlos, programmatisch konzeptlos, personell ausgezehrt – und deswegen seit Sonntag im Begriff, das letzte Oberbürgermeisteramt in einer Landeshauptstadt zu verlieren: Vielleicht an eine rot-rot-grüne Sozialdemokratin, die immerhin den Stadtrat auf ihrer Seite hätte, aber deren Partei in Sachsen einem Häuflein Versprengter gleicht; vielleicht aber auch an einen FDP-Mann, der als „Unabhängiger“ auftritt.

          Wenn die Dresdner Oberbürgermeisterwahl ein Spiegel der Parteiendemokratie ist, die sich seit 1990 im Osten etabliert hat, wie wird es erst ein halbes Jahrhundert nach der Wiedervereinigung zwischen Erzgebirge und Ostsee zugehen?

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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