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Rotes Rathaus zur blauen Stunde: In Hannover könnte erstmals seit dem Krieg ein Oberbürgermeister gewählt werden, der nicht der SPD angehört. Bild: dpa

Oberbürgermeister-Wahl : Das rote Hannover vor dem Fall?

Nach der Rathausaffäre und dem Rücktritt des SPD-Amtsinhabers wird in der niedersächsischen Landeshauptstadt ein neuer Oberbürgermeister gewählt. CDU und Grüne wittern eine historische Chance.

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          Eine Großstadt besteht aus Straßen und Gebäuden. Aus Parks, Seen und Museen. Aus Autos, E-Scootern und Lieferwagen, die auf Radwegen parken. Eine Großstadt bildet aber auch einen geistigen Raum. Sie stülpt ihren Bewohnern wie unter einer großen Kuppel ein Lebensgefühl über. Solch ein Lebensgefühl gibt es, anderslautenden Gerüchten zum Trotz, auch in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Und es gehört zu den größeren politischen Leistungen der SPD, dass sie es seit Jahrzehnten verstanden hat, das Lebensgefühl dieser Stadt abzubilden: die linke Imprägnierung, welche die niedersächsische Landeshauptstadt von ihrem Umland unterscheidet. Aber auch die Mäßigung in beinahe jeder Lebensregung, die in Niedersachsen Stadt und Land miteinander verbindet.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Das sozialdemokratische Gespür für die Stadt kulminierte auf geradezu ikonische Weise in der Person Herbert Schmalstiegs, der von 1972 bis 2006 in Hannover regierte. Niemand anderes in Deutschland war länger Oberbürgermeister als der Sparkassenkaufmann mit dem kahlen Schädel und den markanten Brillen.

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