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Barack Obama : Im Herzen Europas

Ein letzter Besuch als Amerikanischer Präsident in Berlin. Obama bezeichnet Bundeskanzlerin Merkel als seine wichtigste internationale Verbündete. Bild: dpa

Barack Obama ist das letzte Mal als amerikanischer Präsident in Berlin. Dort beschwört er die gemeinsamen Werte. Trotz Wehmut sollte der Blick jetzt nach vorne gehen. Ein Kommentar.

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          Jetzt ist also Barack Obama aller Voraussicht nach das letzte Mal als Präsident der Vereinigten Staaten in Berlin. Mit seiner nach eigenem Bekunden wichtigsten internationalen Verbündeten, der Bundeskanzlerin, ist er noch einmal die großen Themen durchgegangen, welche die vergangenen Jahre und Monate bestimmt haben und die nicht erledigt sind (und wenn, dann auf ungewollte Weise): islamistischer Terrorismus, Russland und Ukraine, Handelspolitik.

          Wer sich an die Anfänge der Beziehung zwischen Kanzlerin Merkel und dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Obama vor gut acht Jahren erinnert, der muss über die sachlichen Dissens nicht scheuende Enge und die gegenseitige Wertschätzung, die heute herrschen, beeindruckt sein.

          Viele offene Fragen

          Der Abschiedsbesuch mag von Wehmut begleitet sein – der Blick geht zwangsläufig nach vorne: Welchen Stellenwert wird Obamas Nachfolger dem deutsch-amerikanischen Verhältnis geben, das mittlerweile so zentral für die atlantische Gemeinschaft ist, wird er sich andere Lieblingspartner suchen? Wie wird Donald Trumps Politik gegenüber der von ihm mit abschätzigen Bemerkungen bedachten Nato und gegenüber der EU aussehen?

          Werden die nationalistischen, hitzigen Parolen des Wahlkampfs, etwa zum Freihandel und zum Klima, auch in seine Politik Eingang finden, als Spurenelemente oder als Leitmotive? Das alles weiß man natürlich nicht; bis zur Amtseinführung sind es noch zwei Monate, und auch danach wird vieles unklar sein. Skepsis gegenüber Trump ist berechtigt, in lähmende Endzeitstimmung sollte man nicht verfallen.

          Die Werte des Westens

          In Kenntnis der Stimmung vieler Europäer tat Obama das, was geboten ist: Er versicherte sie der bleibenden Bündnistreue der Vereinigten Staaten und der Achtung gemeinsamer Werte; alles andere wäre als Vorwegnahme des Zerfalls des Westens zu verstehen gewesen. Für diesen Westen bleiben Freiheit und Demokratie, Verlässlichkeit und Interessenverzahnung konstitutiv. Deshalb sollte auch das Projekt eines transatlantischen Freihandelsabkommens nicht beerdigt werden, selbst wenn das vielen hierzulande am liebsten wäre.

          Und selbst wenn die große Mehrheit der Deutschen eine schlechte Meinung von Obamas Nachfolger hat, so darf daraus keine sich selbst erfüllende Prophezeiung von der Zukunft des Verhältnisses zu Amerika werden. Wir sollten eher überlegen, wie man den künftigen Herrn im Weißen Haus beeinflussen kann.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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