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Wohnraumknappheit : Nur wenige Grundstücke für Wohnungsbau im Bundesbesitz

  • Aktualisiert am

Berlin hielt vor zwei Jahren das sogenannte Dragoner-Areal vom Bund für den Wohnungsbau. Bild: dpa

Der Bund verfügt über rund 1000 Grundstücke, die nicht mehr benötigt werden. Deren Verkauf dürfte laut dem Chef der zuständigen Behörde das Wohnraumproblem aber nicht lösen.

          In der Debatte um Wohnraumknappheit und hohe Mieten sieht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) für sich selbst nur begrenzten Handlungsspielraum. „Wir haben nicht mehr allzu viel“, sagte Behördenchef Christoph Krupp dem „Tagesspiegel“ vom Donnerstag. Die Bima könne lediglich rund 1000 Grundstücke abgeben, auf denen etwa 20.000 Wohnungen entstehen könnten. „Wir haben Grundstücke nur im Verkauf, wenn wir sie nicht mehr benötigen“, betonte Krupp.

          Er verwies auf die Kernaufgabe der Bima, den Bund mit Grundstücken und Gebäuden zu versorgen, die er benötigt. Dabei gehe es etwa um Ministerien, die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt und den Zoll. Derzeit würden viele neue Stellen geschaffen, zum Beispiel beim Zoll – das löse „Immobilienbedarf“ aus, weil die neuen Bediensteten „Büros, Garagen, Rechen- und Schulungszentren“ brauchten, sagte Krupp. Auch die Ministerien würden tendenziell größer.

          Bei den Grundstücken, die die Bima abgeben könne, handele es sich vor allem um ehemalige Flächen der Bundeswehr und der Alliierten, führte Krupp aus. Er wandte sich zugleich gegen die Darstellung des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck in einem Interview, wonach die Bima ihre Flächen weiterhin meistbietend veräußere. Vielmehr würden Grundstücke, die sich für den Wohnungsbau eignen, mit Preisnachlässen an die Kommunen verkauft, sagte Krupp. Für jede geplante Sozialwohnung gebe es Rabatt.

          Am Wochenende hatte es in mehreren Städten Demonstrationen für bezahlbaren Wohnraum gegeben. In Berlin startete zugleich die Unterschriftenaktion für ein Volksbegehren, um große private Wohnungsgesellschaften zu enteignen.

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