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„NSU“-Terror : Zschäpe soll Flucht nach Südafrika verhindert haben

  • Aktualisiert am
Beate Zschäpe soll 2007 wegen eines Wasserschadens von der Zwickauer Polizei verhört worden sein
          2 Min.

          Der Nazi-Untersuchungsauschuss des Bundestages soll nach Ansicht des Grünen-Obmannes Wieland auch den früheren Innenminister Schily (SPD) und den früheren Thüringer Innenminister Dewes (beide SPD) vorladen, um zu klären, wie Anfang des letzten Jahrzehnts gegen die mutmaßlichen Rechtsterroristen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe ermittelt wurde und warum es den Behörden nicht gelang, dem Trio auf die Spur zu kommen. Wieland kündigte an, es würden zunächst einmal bis Ostern Akten herbeigeschafft und gesichtet. Dann könnten Zeugenbefragungen beginnen. Ausschussvorsitzender wird der SPD-Politiker Edathy, die CDU/CSU wird im Ausschuss unter anderem von dem Innenpolitiker Binninger vertreten, die SPD von der Politikerin Högel, die Linke von Bundestagsvizepräsidentin Pau, die FDP vom Abgeordneten Wolff, die Grünen von Wieland.

          Unterdessen berichtet die Zeitschrift "Der Spiegel", die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe, die seit November 2011 inhaftiert ist, sei 2007 in Zwickau an ihrer damaligen konspirativen Wohnung von der Polizei befragt worden wegen eines angeblich mutwillig herbeigeführten Wasserschadens. Dabei habe sie geleugnet, die fragliche Wohnung zu bewohnen. und falsche Angaben zu ihrer Person gemacht. Nachdem die Polizei keinen Zugang zu der Wohnung erhalten hatte, war Frau Zschäpe unter dem Aliasnamen Susann E. vorgeladen und befragt worden. Dabei fiel niemandem auf, dass das Geburtsdatum falsch war, die Unterschrift unter dem Protokoll stark abwich von der der eigentlichen Susann E. und die Aussage widersprüchlich war. Kurz darauf zog das Trio um in seine letzte konspirative Unterkunft.

          Einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ zufolge hat das Zwickauer Neonazi-Trio vor gut zehn Jahre eine Flucht nach Südafrika ins Auge gefasst. Das Vorhaben sei jedoch am Widerstand von Beate Zschäpe gescheitert, die ihre Komplizen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nicht habe begleiten wollen, berichtete die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf Ermittlerkreise und ein Papier der Verfassungsschutzbehörden. Zschäpe habe nach Angaben eines Ermittlers nicht aus Deutschland weggewollt.

          Wollte Zschäpe sich den Behörden stellen?

          Entsprechende Erkenntnisse finden sich laut „Welt“ auch in einer geheimen Dokumentation, in der die Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern ihr Wissen über die Terrorzelle zusammengetragen hätten. Das 24-seitige Papier enthalte die Aussage eines V-Manns aus der rechten Szene, der im April 2001 über Unterbringungsmöglichkeiten in Südafrika berichtet habe. „Während Böhnhardt und Mundlos mit dem Ziel einverstanden seien und dies auch als Daueraufenthaltsort anstrebten, beabsichtige Zschäpe, die nicht ins Ausland wolle, sich nach der Abreise der beiden den Behörden zu stellen“, zitiert die Zeitung aus der ihr vorliegenden Dokumentation.

          Wie „Die Welt“ weiter schreibt, sind Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe offenbar zu keinem Zeitpunkt ins Ausland gegangen, um sich der Verfolgung zu entziehen. Längere Aufenthalte in Bulgarien, Tschechien, Ungarn oder Belgien, über die immer wieder spekuliert wurde, hielten die Ermittler inzwischen für nahezu ausgeschlossen, heißt es. Die Ermittler gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass die Rechtsextremisten von 1998 bis 2011 ununterbrochen über Wohnungen in Sachsen verfügten.

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