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NSU-Prozess : Verteidigerin nennt Ralf Wohlleben unschuldig

  • Aktualisiert am

Ralf Wohlleben mit seiner Anwältin Nicole Schneiders Bild: EPA

Die Verteidigerin des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben beklagt eine massive Vorverurteilung ihres Mandanten. Im letzten Plädoyer des Prozesses sagte sie, sie hoffe auf kein politisches Urteil.

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          Die Verteidigung des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben hat ihren Mandanten als „unschuldig“ bezeichnet. „Aus Sicht von uns Verteidigern hat dies die Beweisaufnamhe auch bewiesen“, sagte Rechtsanwältin Nicole Schneiders am Dienstag im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München zu Beginn ihres Plädoyers.

          Allerdings gebe es gegen ihren Mandanten eine massive Vorverurteilung sagte Schneiders. „Aus meiner Sicht stand das Urteil schon vor der Hauptverhandlung fest.“ Sie habe deshalb vorübergehend überlegt, ganz auf ein Plädoyer zu verzichten. Sie hoffe aber, dass sich der Vorsitzende Richter Manfred Götzl auf die Grundsätze rechtsstaatlicher Verfahren besinne und kein politisches Urteil fälle.

          Wohlleben ist einer von vier angeklagten mutmaßlichen Helfern des Trios Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, das für zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Überfälle verantwortlich sein soll. Der frühere Thüringer NPD-Funktionär soll die Waffe besorgt haben, mit der neun Migranten erschossen wurden.

          Neben Zschäpe ist Wohlleben der einzige Beschuldigte, der seit November 2011 ununterbrochen in Untersuchungshaft sitzt. Die Bundesanwaltschaft fordert für ihn unter anderem wegen Beihilfe zum Mord zwölf Jahre Haft.

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