https://www.faz.net/-gpf-91air

Kritik an Bundesanwaltschaft : Protestierer stören NSU-Prozess

  • Aktualisiert am

Die Hauptangeklagte im NSU-Prozess, Beate Zschäpe, neben ihrem Anwalt Mathias Grasel Bild: dpa

Eine solche Störung hat es noch nie gegeben: Am Donnerstag zwangen Aktivisten das Oberlandesgericht München zu einer Unterbrechung der Verhandlung. Sie machen der Bundesanwaltschaft schwere Vorwürfe.

          Mehrere Protestierer haben am Donnerstag das Plädoyer der Bundesanwaltschaft im NSU-Prozess gestört. Sie riefen die Namen der Prozessvertreter der Bundesanwaltschaft und warfen ihnen „institutionellen Rassismus“ vor. Justiz-Wachleute führten die Aktivisten aus dem Saal. Das Gericht unterbrach die Verhandlung. Auf Papierschnipseln bekannte sich eine Gruppe zu der Störung, die bereits seit dem frühen Morgen ein Transparent vor dem Gebäude des Oberlandesgerichts München am Stiglmaierplatz zeigte.

          Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ standen auf den Schnipseln Namen von Menschen, die nach Ansicht der Gruppe die Aufklärung der NSU-Verbrechen behindern. Die Aktivisten warfen der Bundesanwaltschaft demnach die „Missachtung der Betroffenen“ vor. Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, wollten die Protestierenden mit ihrer Aktion offenbar jene Kritik an der Bundesanwaltschaft zum Ausdruck bringen, die vor allem in politisch linksorientierten Kreisen verbreitet ist.

          Das Oberlandesgericht unterbricht an diesem Donnerstag und Freitag seine Sommerpause. Die Unterbrechung ist nötig, weil laut Gesetz höchstens vier Wochen Unterbrechung der Verhandlung erlaubt sind. Letzter Prozesstag vor den Ferien war der 1. August. Regulär weiter geht es am 12. September.

          Zu Beginn der Sitzung sichtete das Gericht mehrere Dokumente. Anschließend sollte die Bundesanwaltschaft ihren Schlussvortrag fortsetzen. Hauptangeklagte im NSU-Prozess ist Beate Zschäpe. Die Anklage wirft ihr Mittäterschaft an allen Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) vor. Dazu gehören vor allem neun rassistisch motivierte Morde.

          Weitere Themen

          „Er war doch noch so jung“

          Anschläge auf Sri Lanka : „Er war doch noch so jung“

          Einen Tag nach den Anschlägen auf Sri Lanka werden die Trümmer weggeräumt, und die Angehörigen der Opfer trauern um die Toten. Fragen nach dem Sinn werden mit betretenem Schweigen beantwortet. Ein Besuch in einem Land, das gespalten ist.

          Kamera filmt zufällig Explosion Video-Seite öffnen

          Sri Lanka : Kamera filmt zufällig Explosion

          Bilder einer Kamera an Bord eines Autos zeigen einen der Anschläge in Sri Lanka: Die Kamera nahm zufällig die Explosion an der St.-Antonius-Kirche in Colombo auf. Bei den Anschlägen mutmaßlicher Islamisten wurden hunderte Menschen getötet oder verletzt.

          Was bisher bekannt ist Video-Seite öffnen

          Anschläge in Sri Lanka : Was bisher bekannt ist

          Nach den verheerenden Anschlägen in Sri Lanka macht die Regierung eine einheimische Islamistengruppe für die Bluttaten verantwortlich. Es wird geprüft, ob die Gruppe Unterstützung aus dem Ausland hatte.

          Topmeldungen

          Anschläge auf Sri Lanka : „Er war doch noch so jung“

          Einen Tag nach den Anschlägen auf Sri Lanka werden die Trümmer weggeräumt, und die Angehörigen der Opfer trauern um die Toten. Fragen nach dem Sinn werden mit betretenem Schweigen beantwortet. Ein Besuch in einem Land, das gespalten ist.
          Mikroskopische Aufnahme von kristallinen Nanobändern aus schwarzem Phosphor. Die Dicke der Bänder variiert zwischen  einer (links) und fünf Atomlagen (rechts).

          2D-Materialien : Konkurrenz für das Wundermaterial?

          Graphen gilt als das perfekte 2D-Material. Seine Eigenschaften sind unschlagbar. Doch filigrane Nanobänder aus Phosphor könnten den dünnen Kohlenstoff-Schichten bald den Rang ablaufen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.