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Aufrufe zur Gewalt : Behörden befürchten Angriffe auf Salafisten

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Am 8. Oktober musste die Polizei in Hamburg mit Wasserwerfern in Auseinandersetzungen zwischen Yeziden und Muslimen eingreifen Bild: dpa

Der Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen warnt in vertraulichen Berichten vor einer „wachsenden Bereitschaft“ bei Kurden, Yeziden und Schiiten, gegen Salafisten vorzugehen. Im Internet gebe es entsprechende Aufrufe.

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          Radikale Islamisten könnten in Deutschland bald selbst Opfer von Gewalttaten werden. Das gehe aus einer Einschätzung des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes hervor, berichtete „Spiegel Online“ am Dienstag unter Berufung auf ein vertrauliches Schriftstück der Behörde. Bei Kurden, Yeziden und Schiiten in Deutschland gebe es demzufolge „eine wachsende Bereitschaft, mit Gewalt gegen erkannte Salafisten vorzugehen“, heiße es darin. Von der Behörde war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

          Gefährdet seien demnach vor allem öffentlich auftretende salafistische Missionierungstrupps, deren Betätigung von kurdischen Kreisen als Propaganda der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) wahrgenommen werde. Der Hass auf vermeintliche IS-Sympathisanten könne sich „jederzeit durch Handgreiflichkeiten entladen“.

          Als alarmierend werteten die NRW-Sicherheitsbehörden einen Aufruf des Kölner Rappers „Bero Bass“. In einem Video habe der Deutsch-Kurde seine Gefolgsleute aufgefordert, Salafisten zu ermitteln sowie ihre Adressen und Auto-Kennzeichen festzuhalten. „Der von ihm genannte Zweck, nämlich als dann die Polizei über salafistische Umtriebe zu unterrichten, wird hier als Vorwand gewertet“, heiße in der Analyse. In Hamburg war es bereits in der vergangenen Woche zu Krawallen zwischen Salafisten und Kurden gekommen.

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