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Corona-Rabatt? : Wie Bremen mit den Abi-Noten trickst

Abiturienten an einem Dresdener Gymnasium Anfang April vor ihren Prüfungen Bild: dpa

Bremen bessert das Mathe-Abi auf – schuld sollen die Aufgaben aus dem Länderpool sein. Warum die Corona-Krise das Ziel besserer Vergleichbarkeit noch schwieriger machen könnte.

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          Nach Sachsen hat nun auch Bremen die Ergebnisse des Mathematikabiturs in Grund- und Leistungskursen angehoben und sich dabei nicht etwa mit einem Punkt begnügt, sondern gleich zwei Punkte zugegeben. Das macht in der Gesamtrechnung acht Punkte aus. Dadurch haben Schüler, die eine Prüfung knapp verfehlt haben, nun doch noch bestanden. Nach den Beschwerden einiger Schüler über zu schwere Aufgaben (ein sich alljährlich wiederholendes Manöver) meinte Schulsenatorin Claudia Bogedan (SPD) rasch den Sündenbock gefunden zu haben und verwies auf das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB).

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die Aufgaben aus dem zentralen Abiturpool der Bundesländer seien offenbar wegen des Aufbaus und der Verständlichkeit sehr schwierig gewesen. „Wir gehen davon aus, dass es sich weniger um ein Corona-bedingtes Phänomen handelt als vielmehr um die Schwere der Aufgaben“, sagte Bogedan. In vielen anderen Bundesländern seien diese Aufgaben entweder nicht ausgewählt oder sprachlich modifiziert worden. Die Maßgabe, vom kommenden Schuljahr an die Aufgaben aus dem Pool nehmen zu müssen, werde ausgesetzt, behauptet Bremen, doch davon weiß die Kultusministerkonferenz (KMK) noch nichts und hat offenbar auch nicht vor, das zu beschließen.

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