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Nordrhein-Westfalen : Seehofer: Röttgen soll auch als Oppositionsführer bleiben

  • Aktualisiert am

Röttgen soll laut Seehofer ohne Rückfahrkarte nach Düsseldorf reisen Bild: dpa

In der Union mehren sich Forderungen, der nordrhein-westfälische CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen solle auch im Falle einer Wahlniederlage in Düsseldorf bleiben. Der CSU-Vorsitzende Seehofer sagte, Röttgen solle sich der Aufgabe „ohne Rückfahrkarte“ widmen.

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          In der Union wächst der Druck auf den nordrhein-westfälischen Spitzenkandidaten Norbert Röttgen, auch im Falle einer Wahlniederlage in Düsseldorf zu bleiben. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer rief Röttgen dazu auf, auch als Oppositionsführer nach Nordrhein-Westfalen zu wechseln. „Wenn ich mich einer Aufgabe verschreibe, dann ohne Rückfahrkarte“, sagte Seehofer der „Süddeutschen Zeitung“.

          Der bayerische Ministerpräsident betonte, er selbst habe in seiner politischen Karriere ebenfalls Sicherheiten aufgeben müssen, das gehöre nach seinem Verständnis dazu. „Ich bin der Meinung - voll für NRW“, sagte er.

          Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel wollte sich nicht öffentlich dazu äußern, ob Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bei einer Wahlniederlage auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf gehen sollte. Röttgen sei Spitzenkandidat der CDU in Nordrhein-Westfalen, sagte Merkel am Freitag in München und fügte lediglich hinzu: „Wie er diese Rolle am allerbesten ausfüllen kann, werde ich mit ihm selber besprechen.“

          Auch der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, forderte ein dauerhaftes Engagement Röttgens in Düsseldorf. „Eine Chance, in Nordrhein-Westfalen zu gewinnen, hat nur ein Kandidat, der sich ganz und gar der Sache verschreibt“, sagte der CDU-Politiker.

          Der Vizechef der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs (CDU), rief Röttgen auf, sich die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner zum Vorbild zu nehmen. Klöckner habe gezeigt, „dass es sich lohnt, sich voll auf ein Land zu konzentrieren“, sagte Fuchs der „Saarbrücker Zeitung“. „Das wird sich für Klöckner rechnen, und das wünsche ich Norbert Röttgen auch“, fügte Fuchs hinzu.

          Klöckner hatte als CDU-Spitzenkandidatin ihr Amt der parlamentarischen Staatssekretärin in Berlin aufgegeben und war im vergangenen Jahr ganz nach Mainz gewechselt. Auch nach der knappen Wahlniederlage im vorigen Jahr blieb sie in Mainz und wurde Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Joachim Pfeiffer, forderte ein dauerhaftes Engagement Röttgens in Düsseldorf. „Eine Chance, in Nordrhein-Westfalen zu gewinnen, hat nur ein Kandidat, der sich ganz und gar der Sache verschreibt“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“.

          Widerspruch kam vom energiepolitischen Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Thomas Bareiß. „Ich halte es nicht für klug, Herrn Röttgen öffentlich Ratschläge zu geben“, sagte Bareiß „Handelsblatt Online“. Bareiß hält es zudem trotz des anstehenden NRW-Wahlkampfs für verkraftbar, dass der für die Energiewende zuständige Minister Röttgen kurzzeitig ausfällt. „Ich sehe keine Gefahr für das große Projekt Energiewende“, sagte der CDU-Politiker. Das Thema sei wie ein „großer Dampfer, der fährt und fährt und auch nicht durch einen Wahlkampf aufzuhalten ist.“

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